SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Jahr 1988 wurden die ersten Gespräche mit dem sowjetischen Lenin-Kinderfond über die Realisierung von SOS-Kinderdörfern in der ehemaligen UdSSR geführt. Zwei Jahre später genehmigte das Exekutivkomitee des Moskauer Stadtsowjets der Volksdeputierten den Bau eines SOS-Kinderdorfes im Ort Terechowo. Da das vorgesehene Grundstück nicht den Erwartungen entsprach, mussten 1992 die Pläne geändert und ein anderes Grundstück gefunden werden. Das SOS-Kinderdorf wurde schließlich in Tomilino, einem Moskauer Stadtteil etwas außerhalb des Zentrums, errichtet und im Mai 1996 besiedelt.
In den folgenden Jahren entstanden noch zwei weitere SOS-Kinderdörfer: eines in der Stadt Orjol, etwa 350 Kilometer südlich von Moskau, und ein zweites in Puschkin, 17 Kilometer südlich von St. Petersburg, das zum Jubiläumsprojekt der 50-Jahr-Feier von SOS-Kinderdorf International erklärt wurde. Auf Anfrage der Stadt Murmansk führte SOS-Kinderdorf Norwegen zusammen mit dem norwegischen Roten Kreuz im November 1998 eine Hilfsaktion durch, bei der 2.600 Kinder in Waisenheimen und bei Adoptiveltern mit Winterkleidung und Hygieneartikeln versorgt wurden.
Als Folgeprojekt ging im Februar 2001 das vierte russische SOS-Kinderdorf in Kandalakscha, etwa 250 Kilometer südlich von Murmansk, in Bau. Nachdem der Bedarf an einer Einrichtung für Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Lavrovo ständig anstieg, ging im Herbst 2001 die erste SOS-Jugendeinrichtung Russlands in Orjol in Betrieb. In den darauf folgenden Jahren folgte jeweils eine in Moskau und in St. Petersburg. Im Jänner 2006 übernahm SOS-Kinderdorf Russland das so genannte Pflegefamilienprojekt, das von SOS-Kinderdorf Norwegen initiiert und mehrere Jahre geführt wurde. Im Rahmen des Projektes werden Pflegefamilien finanziell unterstützt und sichergestellt, dass Kinder, die eine vorübergehende Fremdunterbringung benötigen, ein zu Hause in einer Pflegefamilie finden. Im gleichen Jahr startete SOS-Kinderdorf Russland Familienförderprogramme.
Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Russland direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Das fünfte russische SOS-Kinderdorf in Pskov ist seit 2011 in Betrieb. Damit reagierte man auf den großen Bedarf an familienähnlicher Langzeitunterbringung in der Stadt, 260 Kilometer südöstlich von St. Petersburg nahe der Grenze zu Estland gelegen.
im Nordwesten des Landes ist momentan das sechste russische SOS-Kinderdorf in Vologda in Bau.
Zur Zeit gibt es in Russland fünf SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen und elf SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Russland
(verfügbar auf Russisch und Englisch)