SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1961 setzte sich Maria Heissenberger, Missionarin in Südkorea, bei einem Heimatbesuch in Österreich mit Hermann Gmeiner in Verbindung, um ihm von der schwierigen Situation der Kinder in Südkorea zu berichten. 1963 überzeugte sich Hermann Gmeiner selbst vom Schicksal der durch den Koreakrieg verwaisten und unterernährten Kinder. Mit einem Geschenk, zwei Säcken Reis, kehrte er nach Europa zurück und startete die berühmte "Reiskorn-Aktion", eine Spendenaktion, bei der einzelne Reiskörner zum Kauf angeboten wurden. Der Erfolg war riesengroß. Ein Jahr darauf fand die Gründung des nationalen SOS-Kinderdorf-Vereins statt. 1965 nahm dann das erste SOS-Kinderdorf außerhalb Europas in Daegu, im Südosten Koreas, seinen Betrieb auf. Als sieben Jahre später die ersten Kinder dem SOS-Kinderdorf entwachsen waren, wurde 1972 die erste SOS-Jugendeinrichtung in Daegu eingerichtet, der noch weitere in der Hauptstadt Seoul und in Suncheon folgten sollten.
1980 wurden dann beinahe zeitgleich SOS-Kinderdörfer in Suncheon im Süden des Landes, und in Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, errichtet. Waren es anfangs ausschließlich Flüchtlingskinder, die im SOS-Kinderdorf Aufnahme fanden, so kamen zusehends auch Sozialwaisen in unsere Einrichtungen. Die Wirtschaftskrise, die dem wirtschaftlichen Aufschwung Südkoreas der 70er- und 80er-Jahren folgte, brachte Arbeitslosigkeit und den sozialen Abstieg vieler Familien mit sich.
Zur Unterstützung der Bevölkerung in der näheren Umgebung des SOS-Kinderdorfes Seoul wurde 1982 auf dem Gelände des Kinderdorfes ein SOS-Sozialzentrum in Form einer Kindertagestätte eingerichtet. Dort finden Kinder aus der Nachbarschaft tagsüber Betreuung und seit 2002 werden zusätzlich auch Freizeitclubs für ältere Kinder und Jugendliche angeboten. Im Juli 1991 wurde das SOS-Berufsbildungszentrum in Pohang fertiggestellt, wo SOS-Kinderdorf-Mütter und Mitarbeiter auf ihre Aufgabe vorbereitet und begleitend unterstützt werden.
Seit Ende 2004 gibt es in allen koreanischen SOS-Kinderdörfern SOS-Sozialzentren, wo in Kindertagesstätten Kinder mit besonderen Bedürfnissen aus der Nachbarschaft betreut werden. Im SOS Berufsbildungszentrum in Pohang steht ab Ende 2005 auch ein Ferienlager für die SOS-Kinderdorf-Kinder zur Verfügung.
Zur Zeit gibt es in Südkorea drei SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten, ein SOS-Berufsbildungszentrum und vier SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Korea (verfügbar auf Koreanisch und Englisch)