Hauptstadt: Katmandu
Fläche: 147.181 km²
Bevölkerungszahl: 28,9 Mio. (Juli 2010, geschätzt)
Bevölkerungsgruppen: Indo-Nepalesen, Tibeto-Nepalesen
Amtssprache(n): Nepali
Religion(en): Hinduismus, Buddhismus, Islam
Währung: 1 Nepalesische Rupie = 100 Paisa
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Während eines Besuchs in Nepal im Jahr 1968 traf Hermann Gmeiner, Gründer der SOS-Kinderdörfer, auch mit der nepalesischen Prinzessin Princep Shah zusammen, die sich von der SOS-Kinderdorf-Idee sehr beeindruckt zeigte. Daraufhin wurde ein Jahr später unter ihrer Schirmherrschaft und unter dem Vorsitz von Prinzessin Sharada Shah der SOS-Kinderdorf-Verein Nepal gegründet. Diese tatkräftige Unterstützung durch die königliche Familie von Beginn an war von besonderer Bedeutung für die positive Entwicklung der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Nepal.
1973 besiedelten die ersten SOS-Familien das nahe der Hauptstadt Katmandu gelegene SOS-Kinderdorf Sanothimi, das sich zu einem Modellprojekt für zahlreiche weitere SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Nepal entwickelte. So wurden in Sanothimi die erste SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (1973), in der Kinder und Jugendliche eine fundierte Schulbildung erhalten, sowie die erste SOS-Jugendeinrichtung (1983) des Landes errichtet, in der die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit betreut und bei ihrer Arbeitssuche unterstützt werden. 1982 wurde das Bildungsangebot um ein SOS-Berufsbildungszentrum erweitert.
Die Demokratische Bundesrepublik Nepal zählt bis heute zu den ärmsten Ländern der Erde. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen und medizinischen Bedingungen liefern die SOS-Sozialzentren, in denen vor allem Kinder aus der Nachbarschaft tagsüber betreut und medizinisch versorgt werden, einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Das erste Sozialzentrum nahm 1988 in Surkhet seinen Betrieb auf.
Seit den 1970er-Jahren besteht auch eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen SOS-Kinderdorf und der Tibetischen Gemeinde im Exil. Um einer Gruppe von 32 tibetischen Flüchtlingskindern, die in das Pokhara-Tal gekommen waren, ein Heim zu geben, wurde 1975 in Pokhara-Chhorepatan ein erstes Haus errichtet. Im Lauf der Zeit hat sich daraus eines der größten SOS-Kinderdorf-Projekte des Landes entwickelt, dem unter anderem mit der 1988 eröffneten "Namgyal Higher Secondary School" in Gokarna (bei Katmandu) Nepals einzige höhere Schule für Tibeter angeschlossen ist.
Im März 2005 startete SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Nepal neun SOS-Kinderdörfer, acht SOS-Jugendeinrichtungen, acht SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, drei SOS-Berufsbildungszentren, acht SOS-Sozialzentren mit entsprechenden Familienstärkungsprogrammen und ein SOS-medizinisches Zentrum.