Am Vormittag des 26. Dezember 2004 verwüstete nach einem Seebeben mit Epizentrum nahe Banda Aceh ein Tsunami die Küstengebiete am Indischen Ozean. In Indonesien starben mehr als 130.000 Menschen, unzählige wurden obdachlos und tausende Kinder verloren ihre Eltern. Medan, die Hauptstadt der Provinz Nordsumatra, war zwar nicht so stark betroffen wie die westlich gelegenen Städte Banda Aceh und Meulaboh, doch waren gleich nach der Naturkatastrophe viele Menschen dorthin geflohen. Heute gibt es in der Stadt viele arme Familien und Kinder ohne elterliche Fürsorge.
Das SOS-Kinderdorf Medan liegt etwa sieben Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum in einem Mittelschicht-Wohngebiet mit dem Namen Medan Permai (Schönes Medan). Es besteht aus den 15 Familienhäusern, dem Dorfleiterhaus, einem Gemeindezentrum (Verwaltung und medizinische Betreuung), einem Freizeitzentrum (Computer, Bibliothek, Musik, Tanz), einer Mehrzweckhalle und Wohngebäuden für SOS-MitarbeiterInnen. Das SOS-Kinderdorf bietet bis zu 150 verlassenen oder verwaisten Kindern ein neues Zuhause.
Vor Ort gibt es einen SOS-Kindergarten mit drei Gruppen zu je 30 Kindern, der auch den Familien aus der Umgebung offen steht. Die größeren Kinder besuchen öffentliche Schulen, so dass sie genauso aufwachsen wie ihre Freunde aus der Nachbarschaft.