Hauptstadt: Montevideo
Fläche: 176.215 km²
Bevölkerungszahl: 3,4 Millionen (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: europäischen Ursprungs, Mestizen, afrikanischen Ursprungs
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): römisch-katholisch, protestantisch, jüdisch
Währung: 1 Uruguayischer Peso = 100 Centésimos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Ilse Kasdorf, eine in Uruguay aufgewachsene Frau österreich-deutscher Herkunft, begann sich bereits 1959 für die Verwirklichung von SOS-Kinderdörfern in Uruguay einzusetzen, nachdem sie in einer deutschen Zeitschrift von der faszinierenden Idee Hermann Gmeiners gelesen hatte. Die Basis für diese Arbeit bildete der 1960 von ihr gegründete nationale SOS-Kinderdorf-Verein. Uruguay war somit das erste Land Lateinamerikas, in dem die Gmeiner'sche Philosophie als Fundament für eine damals neue Form der Kinderfürsorge Fuß fasste. Bereits kurz nach Vereinsgründung konnten die Bauarbeiten zum SOS-Kinderdorf im unmittelbaren Einzugsgebiet von Montevideo, der an der Mündung des Flusses Rio de la Plata zum Südatlantischen Ozean gelegenen Hauptstadt Uruguays, aufgenommen werden. Der Inbetriebnahme des SOS-Kinderdorfes 1964 folgte drei Jahre später die feierliche Eröffnung durch Hermann Gmeiner und Frau Ilse Kasdorf. In den achtziger Jahren wurden zwei weitere SOS-Kinderdörfer in den Städten Salto, der zweitgrößten Stadt des Landes an der Grenze zu Argentinien, und Florida, einer mittleren Kleinstadt etwa 100 km nördlich von Montevideo, errichtet. Zur selben Zeit begann SOS-Kinderdorf Uruguay seine Tätigkeit auch auf die Jugendarbeit als Folgebetreuung für die den Kinderdörfern entwachsenen Jugendlichen auszudehnen. All diese Aktivitäten lieferten eine Bestätigung für die große Akzeptanz seitens der Bevölkerung und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Behörden auf nationaler und lokaler Ebene.
In Paysandu, einer Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern im Norden Uruguays, konnte ebenfalls mit Hilfe von Mitteln der Europäischen Union ein SOS-Familienstärkungsprogramm ins Leben gerufen werden. Von diesem Projekt profitieren hunderte von Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben.
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In den Armenvierteln Jardines del Hipodromo, IC 19 und Vista Hermosa sind alleinerziehende Frauen und deren Kinder besonders von einem Leben im Armut gefährdet. Sie können ohne Unterstützung der Armutsspirale nur schwer entkommen. Seit Mitte 2009 finden daher in den drei SOS-Gemeindezentren je 50 Kinder im Alter von 0-6 Jahren fachliche Betreuung. Sie erhalten drei ausgewogene Mahlzeiten am Tag und werden medizinisch betreut. Gleichzeitig erhalten auch die Frauen und Mütter spezielle Förderung und Unterstützung. Es werden Fortbildungskurse in den Bereichen Schneiderei, Friseurhandwerk oder auch Catering angeboten. Informationsveranstaltungen über verschiedene Gesundheitsthemen, Kindererziehung und Rechtsberatungen finden in regelmäßigen Abständen statt.
Seit Ende der neunziger Jahre setzt man in der uruguayischen SOS-Kinderdorf-Arbeit verstärkt auf Präventivmaßnahmen in den Bereichen Kinderfürsorge und Gesundheit.
Zurzeit gibt es in Uruguay drei SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, ein SOS-Berufsbildungszentrum und SOS-Sozialzentren an allen Standorten.