Das erste SOS-Kinderdorf Uruguays wurde am Stadtrand von Montevideo auf einem acht Hektar großen Grundstück errichtet und am 4. April 1967 in Anwesenheit des Begründers der SOS-Kinderdorf-Idee, Hermann Gmeiner, eröffnet. Es besteht aus 13 Familienhäusern, in denen bis zu 104 Kinder ein neues, liebevolles Zuhause finden können. Das Haus des Dorfleiters, ein Haus für die so genannten SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), das Haus des Dorfhandwerkers, ein Gemeinschaftshaus mit Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Feiern, einer Bibliothek, einem Turnsaal, einem kleinen SOS-medizinischen Zentrum sowie einem Verwaltungsbereich ergänzen die Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes.
Das SOS-medizinische Zentrum ist im Gemeinschaftshaus des SOS-Kinderdorfes untergebracht und wurde 1999 eingerichtet. Ein Zahnarzt und ein Allgemeinmediziner halten zwei Mal wöchentlich Sprechstunden für die Bevölkerung aus der Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfes ab und sorgen so für die medizinische Grundversorgung von etwa 1800 Patienten pro Jahr.
Zwei SOS-Sozialzentren, die der Bevölkerung aus der Umgebung offen stehen, ergänzen das Angebot des SOS-Kinderdorfes. Die SOS-Sozialzentren sind auf die Besonderheiten des sozialen Umfeldes ausgerichtet und sollen mit ihrer Arbeit dazu beizutragen, die schlimmste Not zu lindern und dadurch auch dem Verlassenwerden von Kindern vorzubeugen. Die SOS-Sozialzentren beherbergen Kindertagesstätten und bieten insgesamt bis zu 150 Kindern Tagesbetreuung.
Für die Jugendlichen des SOS-Kinderdorfes wurden 1985 im Stadtgebiet von Montevideo vier SOS-Jugendeinrichtungen geschaffen, in denen bis in Ausbildung stehende Jugendliche untergebracht sind. Hier werden sie bereits während der höheren Schul- oder Berufsausbildung unter Aufsicht eines Jugendpädagogen im Rahmen von Wohngemeinschaften Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.
Ebenfalls in Montevideo befindet sich ein SOS-Berufsbildungszentrum, das als Ausbildungszentrum für SOS-Kinderdorfmütter und andere Mitarbeiter dient. Das SOS-Berufsbildungszentrum wurde 1997 eröffnet und verfügt über Räumlichkeiten zur Abhaltung von Kursen und Seminaren, Schlafräume, eine Küche und Speisesaal. Hier können in Kursen bis zu 25 Personen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe als SOS-Kinderdorfmutter oder als Mitarbeiter in einem anderen Tätigkeitsbereich vorbereitet werden.