Die nicaraguanische Hauptstadt Managua hat mit schwerwiegenden sozialen Problemen zu kämpfen. Sie leidet immer noch an den Folgen des Bürgerkrieges in den 1980er Jahren. Außerdem wirken sich die Landflucht und die hohe Arbeitslosenrate negativ auf familiäre Strukturen aus. Immer mehr Kinder können deshalb von ihrer leiblichen Familie nicht mehr entsprechend versorgt werden. Seit 1995 schenkt das SOS-Kinderdorf Managua verlassenen und verwaisten Kinder ein neues Zuhause. Es liegt im Nordwesten von Managua, etwa 4 km vom Zentrum entfernt, in einem begrünten Wohnviertel.
Das SOS-Kinderdorf umfasst 13 Familienhäuser, das Dorfleiterhaus, ein Haus für SOS-Tanten (Familienhelferinnen), eine Mehrzweckhalle, eine Bibliothek, einen Raum für medizinische Versorgung und Verwaltungsräume. In unmittelbarer Nähe des SOS-Kinderdorfes gibt es ein Kinderspital.
In der Stadt hat das SOS-Kinderdorf Wohnungen angemietet, wo SOS-Jugendliche unter pädagogischer Betreuung zusammenleben (SOS-Jugendeinrichtung). Das SOS-Kinderdorf hat eine eigene SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, die aus Primar- und Sekundarschule besteht und bis zu 1000 SchülerInnen ausbilden kann. Sie genießt einen guten Ruf und steht auch für Kinder aus der Nachbarschaft offen. Das SOS-Sozialzentrum Managua leitet eine Kindertagesstätte und organisiert Tagesmütterprogramme. Zusammen mit diversen Aus- und Weiterbildungsangeboten für Eltern und allein erziehende Mütter (einkommensschaffende und persönlichkeitsbildende Kurse) sollen sie zur Familienstärkung beitragen und damit verhindern, dass Kinder zu Sozialwaisen werden.