Das fünfte SOS-Kinderdorf Mexikos ging 1993 in Tijuana in Betrieb. Die Stadt liegt im Nordwesten des Landes und hat eine gemeinsame Grenze mit dem kalifornischen San Diego. Zahlreiche Einwohner stammen aus dem Süden Mexikos. Sie erhoffen sich von der Übersiedlung nach Tijuana Arbeit und bessere Lebensbedingungen und träumen von der - meist illegalen und daher gefährlichen - Einreise in die USA. Leider ist ihre Ausbildung oft unzureichend, und so finden Kriminalität, Prostitution und Verelendung ihren Niederschlag in der sozialen und wirtschaftlichen Struktur der Stadt. Besonders betroffen sind die Kinder, die häufig im Stich gelassen oder ausgebeutet werden.
Das SOS-Kinderdorf befindet sich in einem guten Wohnviertel der Stadt und erstreckt sich über ein Grundstück mit einer Fläche von 1,8 Hektar. Die Infrastruktur ist gut, in der Nähe gibt es Spitäler, Schulen und Märkte. Das SOS-Kinderdorf umfasst zwölf Familienhäuser, ein Dorfleiter- und ein Tantenhaus (so genannte SOS-Tanten sind Familienhelferinnen) und eine Verwaltungseinheit. Auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfes werden von den SOS-Familien Obst und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut.
In der SOS-Jugendeinrichtung vor Ort werden Jugendliche langsam auf ein selbständiges Leben vorbereitet.