Hauptstadt: Mexiko-Stadt
Fläche: 1.958.201 km²
Bevölkerungszahl: 107,4 Millionen (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Mestizen, Indigene, europäischer Abstammung
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): Römisch-katholisch
Währung: 1 Mexikanischer Peso = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Dr. Manuel Mateos Fournier, Leiter einer Mutter-Kind-Klinik in Mexiko-City, besuchte Ende der Sechziger-Jahre das SOS-Kinderdorf Wienerwald in Österreich. Da ihm selbst aufgrund seines Berufes die schwierige Situation Not leidender Kinder genauestens bekannt war, kehrte er mit der Idee nach Mexiko zurück, dieses Langzeitbetreuungskonzept auch in seiner Heimat umzusetzen. Nach erster Kontaktaufnahme mit SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner gelang es Dr. Fournier mit Hilfe engagierter Personen, einen nationalen SOS-Kinderdorf-Verein zu gründen. Bereits im Oktober 1971 konnten nach eineinhalbjähriger Bauzeit die ersten Kinder das SOS-Kinderdorf Mexiko-City besiedeln.
Das enorme Bevölkerungswachstum und die zunehmende Landflucht in den darauf folgenden Jahrzehnten hinterließen sichtliche Spuren in den explosionsartig anwachsenden Ballungszentren, vor allem in den unzureichend versorgten Armenvierteln. Dieser Umstand wie auch die Erdbebenkatastrophe von 1985, von der besonders die Gegend um Mexiko-City betroffen war, gaben Anlass für die Errichtung weiterer SOS-Kinderdörfer und anderer adäquater Betreuungseinrichtungen.
1994 kam es zur blutigen Niederschlagung des indigenen Guerillas im Bundesstaat Chiapas. SOS-Kinderdorf startete daraufhin in Comitán ein SOS-Nothilfeprogramm in Form eines Sozialzentrums und kümmerte sich um die Verpflegung und medizinische Betreuung der Flüchtlinge. Nach der Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimatdörfer wurde das Nothilfeprogramm Ende 1997 beendet und in eine permanente Einrichtung umgewandelt.
2005 startete SOS-Kinderdorf Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in Mexiko acht SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, ein SOS-Berufsbildungszentrum und fünf SOS-Sozialzentren.