Das SOS-Kinderdorf Comitán liegt südlich von Comitán in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos. Die nächstgelegene größere Stadt ist San Cristóbal de las Casas. Nach schwerwiegenden Konflikten zwischen der Indio-Guerilla und der mexikanischen Armee hatte SOS-Kinderdorf dort 1994 ein SOS-Nothilfeprogramm ins Leben gerufen. Als sich die allgemeine Lage stabilisiert hatte und keine Flüchtlinge mehr zu betreuen waren, wurde es Ende 1997 eingestellt. Kurz darauf wurde mit den Bauarbeiten für das SOS-Kinderdorf und das SOS-Sozialzentrum begonnen. Im März 1999 konnten die ersten SOS-Familien ihr neues Zuhause beziehen.
Das SOS-Kinderdorf Comitán umfasst 16 Familienhäuser, ein Dorfleiterhaus, Wohnungen für SOS-MitarbeiterInnen, einen Mehrzwecksaal sowie ein Verwaltungsgebäude. Die Kinder besuchen öffentliche Schulen der Gemeinde und sind dadurch gut in die Umgebung integriert.
In der Nähe gibt es mehrere Pflichtschulen und eine Technische Hochschule. Seit April 2005 gehört zum SOS-Kinderdorf auch eine SOS-Jugendeinrichtung, wo die SOS-Jugendlichen nach und nach auf ihre Verselbständigung vorbereitet werden.
Das SOS-Sozialzentrum Comitán beherbergt eine Kindertagesstätte mit sechs Gruppenräumen, einem Schlafsaal und einem Mehrzwecksaal. Bis zu 150 Kinder (vorwiegend aus Familien der Umgebung, aber auch aus dem SOS-Kinderdorf) können dort tagsüber betreut werden. Außerdem unterstützt SOS-Kinderdorf die Familien der Umgebung durch verschiedene, gezielte Maßnahmen, zum Beispiel durch spezielle Kurse für Eltern oder bei der Organisation von Tagesmütterprogrammen.