Hauptstadt: Bogotá
Fläche: 1.141.748 km²
Bevölkerungszahl: 43,6 Mio. (Juli 2006)
Bevölkerungsgruppen: Mischlinge (spanischer und indigener Abstammung), europäischer Herkunft, Mulatten
Amtssprache(n): Spanisch
Religion(en): römisch-katholisch
Währung: 1 Kolumbianischer Peso = 100 Centavos
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Im Jahr 1968 wurde auf Initiative des ursprünglich aus Deutschland stammenden Geschäftsmannes Helmut von Loebell der nationale SOS-Kinderdorf-Verein Kolumbien gegründet. 1971 besiedelten die ersten Familien das SOS-Kinderdorf in Bogotá, der Hauptstadt des Landes. Nach der Vulkankatastrophe im Jahr 1985, bei der die Stadt Armero unter einer Schlammlawine begraben wurde, errichtete SOS-Kinderdorf in Guayabal, etwa vier Kilometer vom verschütteten Armero entfernt, ein SOS-Ausbildungszentrum für landwirtschaftlich-ökologische Produktion für junge Frauen und Männer bäuerlicher und indigener Herkunft.
Das Land, in dem der Drogenhandel regiert, wird seit Jahren immer wieder von Unruhen heimgesucht, bei denen immer wieder viele Menschen ihr Leben verlieren. Die Zahl der verwaisten Kinder ist groß, deshalb wurde 1986 ein weiteres SOS-Kinderdorf in Ibagué errichtet. Dem SOS-Kinderdorf Ibagué ist neben einer SOS-Jugendeinrichtung auch eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule angeschlossen, die den Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung Schulbildung ermöglicht.
Um möglichst viele bedürftige Kinder unterzubringen, wurden bis 1998 noch zwei SOS-Kinderdörfer in Rionegro und Bucaramanga erbaut. In den SOS-Jugendwohngemeinschaften werden die Jugendlichen von Pädagogen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet. Das SOS-Sozialzentrum Nueva Vida in Bogotá, ursprünglich ein Zentrum für Straßenkinder, betreut heute Mütter und ihre Kinder und bereitet sie auf ein neues und unabhängiges Leben vor. 1998 konnte das SOS-Berufsbildungszentrum für Mütter und Mitarbeiter in Rionegro in Betrieb genommen werden.
Anfang des Jahres 1999 erschütterten schweren Erdbeben das Land Kolumbien. SOS-Kinderdorf Kolumbien startete sofort SOS-Nothilfeprogramme, um die Bevölkerung mit Kleidung, Decken, Lebensmitteln und dringend benötigten Medikamenten zu versorgen. Ein völlig zerstörter Kindergarten einer Kaffeekooperative wurde von SOS-Kinderdorf Kolumbien wieder aufgebaut.
Zur Zeit gibt es in Kolumbien sieben SOS-Kinderdörfer, wovon alle SOS-Jugendeinrichtungen führen, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, zwei SOS-Berufsbildungszentren und SOS-Sozialzentren an zehn Standorten.
Im März 2010 wurde in Calí das 500. SOS-Kinderdorf in feierlichem Rahmen seiner Bestimmung übergeben.
Website von SOS-Kinderdorf Kolumbien (verfügbar auf Spanisch)