Das erste jamaikanische SOS-Kinderdorf wurde 1972 in Barrett Town errichtet, einem Ort, der etwa 15 km von der Stadt Montego Bay entfernt ist. Montego Bay liegt an der Nordküste von Jamaika und ist das wichtigste Tourismuszentrum der Insel. Das 11 ha große SOS-Kinderdorfgelände besteht aus einem Plateau, auf dem die Familienhäuser errichtet wurden, einem steilen Abhang und einem weiteren ebenen Grundstück, das zur teilweisen Deckung des Eigenbedarfes mit allerlei Nutzpflanzen bebaut wurde. Der Abhang wurde nach und nach mit Bäumen bepflanzt und gärtnerisch gestaltet. Das Gelände ist zudem durch einen Bach geteilt, über dem eine Brücke errichtet wurde, welche die beiden Teile des Grundstücks mit einander verbindet.
Das SOS-Kinderdorf Barrett Town wurde im Februar 1972 vom US-amerikanischen Country-Sänger Johnny Cash, einem großen Unterstützer von SOS-Kinderdorf Jamaika, feierlich eröffnet. Es besteht aus elf Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Tantenhaus (SOS-Tanten sind Familienhelferinnen, die den SOS-Müttern zur Hand gehen) und einen Verwaltungs- und Servicebereich.
Die SOS-Jugendeinrichtungen für Buben und Mädchen befinden sich nicht im Kinderdorf, sondern in der Stadt Montego Bay. In den SOS-Jugendeinrichtungen werden Jugendliche emotional und ausbildungsmäßig allmählich auf ihre spätere Selbständigkeit vorbereitet. Außerdem gibt es im SOS-Kinderdorf Barrett Town Räume für Aus- und Weiterbildungsseminare für SOS-Mütter und SOS-MitarbeiterInnen. Seit 1995 hat das SOS-Kinderdorf auch einen SOS-Kindergarten, wo in vier Klassen bis 60 Kinder tagsüber betreut werden. Er beinhaltet auch eine Vorschulklasse und steht für Kinder der in der Umgebung lebenden Familien offen. Dort werden den Kindern unter anderem Theater-, Sport- und Computerkurse angeboten.