Der Westen von Honduras ist noch ärmer als der Rest des Landes. Es gibt dort viele junge, allein erziehende Mütter, die Analphabetenrate ist besonders hoch und mehr als die Hälfte der Einwohner lebt in extremer Armut. Deshalb sind etwa 50% der Kinder unterernährt, 35% gehen nie zur Schule. Zudem gibt es in der Region keine staatlichen Einrichtungen für verwaiste oder verlassene Kinder. Im SOS-Kinderdorf San Pedro Sula wurden oft Kinder aus den westlichen Bezirken aufgenommen, es ist jedoch nicht groß genug für alle, die Hilfe bräuchten. Darum wurde beschlossen, in Santa Rosa de Copán ein neues SOS-Kinderdorf zu errichten, wo Kinder aus Santa Bárbara, Ocotepeque, Copán and Lempira familiennahe Betreuung finden.
Das SOS-Kinderdorf liegt am Stadtrand von Santa Rosa de Copán in einer Zone, die hauptsächlich von Familien der unteren Mittelschicht bewohnt wird. Es wurde nach einem neuen Konzept errichtet, das die größtmögliche Integration der SOS-Kinderdorf-Familien in ihre Umgebung vorsieht. Die 14 Häuser des SOS-Kinderdorfes wurden gleichzeitig mit den restlichen Häusern einer neuen Siedlung gebaut, sie unterscheiden sich von diesen nur durch ihre Größe. Außer den Familienhäusern gibt es ein Dorfleiterhaus und ein Verwaltungs- und Servicezentrum. Märkte, öffentliche Kindergärten und Schulen liegen ganz in der Nähe des SOS-Kinderdorfes.