Santo liegt ca. 15 km von der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince entfernt an der Straße in Richtung Dominikanischer Republik. Der Name "Santo" geht auf eine Zuckerrohrplantage aus der Kolonialzeit zurück. Das SOS-Kinderdorf war 1984 bezugsfertig. Die offizielle Eröffnung fand am 17. April 1985 im Beisein von SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner statt. Das SOS-Kinderdorf Santo und umfasst 19 Familienhäuser, ein Dorfleiterhaus, ein Haus für SOS-Tanten (Familienhelferinnen) ein Gemeindehaus, eine Krankenstation und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Primar- und Sekundarschule. Alle Familienhäuser auf dem etwa neun Hektar großen Grundstück haben ihren eigenen Garten, und etwa vier Hektar des Grundstücks werden landwirtschaftlich genutzt.
Die SOS-Jugendeinrichtung setzt sich aus mehreren so genannten Jugendwohngemeinschaften zusammen, deren Anzahl variiert. Die Sozial- und Bildungseinrichtungen stehen auch den Familien aus der Nachbarschaft offen, und so werden zahlreiche externe Kinder in der Schule unterrichtet. Die Grund- und Sekundarschule genießt einen guten Ruf und fördert somit die Akzeptanz, das die Bevölkerung dem SOS-Kinderdorf entgegen bringt. Seit 2005 hat das SOS-Kinderdorf auch zwei SOS-Sozialzentren, wobei das erste eine Kindertagesstätte für bis zu 90 Kinder beherbergt. Außerdem werden verschiedene Kurse angeboten, die Frauen, Familien und den Zusammenhalt der Gemeinden stärken sollen. Das zweite SOS-Sozialzentrum organisiert mit hunderten Familien aus den umliegenden Gemeinden sogenannte Tagesmütterprogramme. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Familien zu stärken und somit Armut und das Verlassenwerden der Kinder zu vermeiden.