SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Der persönlichen Initiative des ehemaligen österreichischen Honorarkonsuls Juan Ostreicher ist es zu verdanken, dass die Idee Hermann Gmeiners ihren Weg in die Dominikanische Republik fand. Im September 1979 fand die Gründung des nationalen SOS-Kinderdorf-Vereins statt. Als Standort für das erste SOS-Kinderdorf in der Dominikanischen Republik wählte man Los Jardines del Norte, einen Stadtteil der Hauptstadt Santo Domingo, und bereits im Januar 1981 bezogen die ersten SOS-Kinderdorf-Familien ihr neues Zuhause.
Anfang der 1980er-Jahre kam es zu einer Wirtschaftskrise im Land. Die hohen Lebenskosten und die damit verbundene Not führten zu Streiks und Unruhen in der Bevölkerung. Da mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes in den Städten wohnte und durch die schlechte wirtschaftliche und soziale Situation der Bedarf an weiteren SOS-Kinderdorf-Einrichtungen gegeben war, entstand 1985 ein zweites SOS-Kinderdorf in Santo Domingo, und zwar im Stadtteil Los Mina. Der dem SOS-Kinderdorf angeschlossene Kindergarten wird auch von Kindern aus der Nachbarschaft besucht. Da das Angebot an staatlichen Schulen in Los Mina nicht ausreichend war, entschloss sich SOS-Kinderdorf 1988 zum Bau einer SOS-Hermann-Gmeiner-Schule. Des Weiteren wurde in Los Mina auch ein SOS-medizinisches Zentrum eingerichtet, das der Bevölkerung aus der Umgebung offen steht. Die den SOS-Kinderdörfern entwachsenen Jugendlichen werden seit 1988 in SOS-Jugendeinrichtungen im Zentrum Santo Domingos untergebracht, wo sie betreut werden, bis sie zu einem selbständigem Leben gefunden haben.
Obwohl der Norden der Insel bekannt ist für seine Tabak- und Spirituosenindustrie, sieht man sich auch dort Armut, Verelendung und den damit verbundenen sozialen Problemen gegenüber. Ausschlaggebend dafür, dass die Wahl für den Bau des dritten dominikanischen SOS-Kinderdorfes auf den Standort Santiago de los Caballeros fiel, war daher in erster Linie der Umstand, dass es in dieser Region viele verwaiste, verlassene und schutzlose Kinder gab, die im SOS-Kinderdorf ein dauerhaftes und sicheres Zuhause finden sollten. Der Bau des dritten SOS-Kinderdorfes sowie einer SOS-Hermann-Gmeiner-Schule begann Mitte 2002, im September 2003 gingen diese Einrichtungen in Betrieb.
2006 startete SOS-Kinderdorf auch Familienstärkungsprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Zurzeit gibt es in der Dominikanischen Republik drei SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen und vier SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Dominikanische Republik
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