Goioerê ist eine kleine Provinzstadt im Bundesstaat Paraná, dem südlichen Nachbarstaat von São Paulo. Das SOS-Kinderdorf Goioerê wurde im Mai 1977 in Betrieb genommen und liegt rund zwei Kilometer außerhalb der Stadt in ländlicher Umgebung. Es besteht aus elf Familienhäusern, die bis zu 110 Kindern ein neues Zuhause bieten können. Zur Infrastruktur des SOS-Kinderdorfes gehören außerdem das Haus des Dorfleiters, ein Haus für so genannte SOS-Tanten (in Ausbildung befindliche zukünftige SOS-Kinderdorfmütter oder Familienhelferinnen, die den SOS-Kinderdorfmüttern bei der täglichen Arbeit zur Hand gehen oder sie bei Krankheit und im Urlaub vertreten), sowie ein Verwaltungs- und Servicebereich. Die schulpflichtigen Kinder des SOS-Kinderdorfes besuchen die öffentlichen Schulen der Stadt. Ein beträchtlicher Teil des fünf Hektar großen Grundstückes wird landwirtschaftlich genutzt. Der Ertrag - Baumwolle, Soja, Bananen, Kaffee und Zitrusfrüchte - wird für den Eigenbedarf des SOS-Kinderdorfes verwendet. Die Möglichkeit, in der Landwirtschaft mitzuarbeiten, wird von vielen Kindern und Jugendlichen in Anspruch genommen.
Eine SOS-Jugendeinrichtung im Stadtzentrum bietet Platz für bis zu 21 Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf. Hier leben in Ausbildung befindliche Jugendliche in einer betreuten Wohngemeinschaft und werden Schritt für Schritt auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereitet.