SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Argentinien begann 1963, als Monseñor Carlos Gardella nach einem Treffen mit Hermann Gmeiner eine lokale Initiative startete, welche die Realisierung des SOS-Kinderdorf-Modells Hermann Gmeiners zum Ziel hatte. Vor dem Hintergrund einer beginnenden Liberalisierung der Wirtschaftspolitik begannen sich Pater Gardella und engagierte Mitarbeiter besonders in den elendsgeschüttelten Vororten von Buenos Aires aktiv für eine adäquate Kinderfürsorge einzusetzen. Im Laufe der Jahre folgte man auch an anderen Standorten Argentiniens diesem Vorbild. So startete Francisco Baumeister gemeinsam mit seiner Frau Mabel Krieger 1979 ein Projekt zur Linderung der Not von Kindern in Oberá, einer Stadt in der Provinz Misiones im Nordosten des Landes, welches in der Folge als SOS-Kinderdorf weitergeführt wurde. Rund neun Jahre später wurde dieses Dorf um eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule erweitert und 1992 schließlich durch eine Sekundarschule ergänzt. Der große Bedarf an Betreuungsplätzen erforderte zudem einen Ausbau des SOS-Kinderdorfes von sechs auf elf SOS-Familienhäuser.
Ein weiteres SOS-Kinderdorf mit sechs SOS-Familienhäusern entstand 1982 in Mar del Plata, 400 Kilometer südlich der Hauptstadt an der Atlantikküste gelegen. Um eine einheitliche Gestaltung der pädagogischen Arbeit nach den Grundsätzen Hermann Gmeiners sicherzustellen und um die Verwaltung der argentinischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen zu vereinfachen, wurde 1996 ein nationaler SOS-Kinderdorf-Verein ins Leben gerufen. So konnte SOS-Kinderdorf Argentinien nun mit neuen, vereinten Kräften dem großen Bedarf an Familienplätzen für verlassene und verwaiste Kinder begegnen. Diesem Bedarf wurde 1997 in Mar del Plata Rechnung getragen. Ob der fehlenden Integrationsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen in öffentliche Schulen und das Berufsleben in der Umgebung des SOS-Kinderdorfes entschloss man sich allerdings nicht zu einer Erweiterung sondern zum Neubau in geeigneter Lage. Dieses neue und um einiges größere Dorf wurde zwei Jahre darauf um einen SOS-Kindergarten ergänzt. Im Jahr 2000 öffnete das bislang jüngste SOS-Kinderdorf am Standort Córdoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens im Zentrum des Landes, den ersten Familien seine Tore.
Nach dem wirtschaftlichen Desaster und der instabilen politischen und wirtschaftlichen Lage der letzten Zeit herrscht unter weiten Teilen der Bevölkerung große Armut und Unsicherheit - laut offizieller Berichte aus 2002 leben sieben von zehn Kindern unter der Armutsgrenze. Der Bedarf an Einrichtungen für die Bedürftigsten ist größer denn je.
Zur Zeit sind in Argentinien drei SOS-Kinderdörfer in Betrieb, ein weiteres SOS-Kinderdorf wird gerade gebaut. Außerdem gibt es drei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei SOS-Kindergärten sowie eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule.
Website von SOS-Kinderdorf Argentinien
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