SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Nachdem die SOS-Kinderdorf-Idee schon in einigen afrikanischen Ländern Fuß gefasst hatte, beschloss SOS-Kinderdorf International 1979, sich auch in Südafrika zu engagieren. Unter dem Apartheidregime war die Situation der farbigen Kinder in den Townships von Armut und Mangel in vielerlei Hinsicht bestimmt. Der nationale Verein "SOS Children's Village Association of South Africa" wurde 1982 ins Leben gerufen. Das erste SOS-Kinderdorf mit SOS-Kindergarten entstand in Ennerdale, 30 km südlich von Johannesburg.
In vielen Provinzen Südafrikas herrschte weiter großer Bedarf an SOS-Kinderdorf-Einrichtungen, und derartige Initiativen wurden von den wechselnden politischen Kräfte stets geschätzt und deren Realisierung gefördert. Der frühere Präsident Nelson Mandela und Erzbischof Desmond Tutu zählen zu den prominentesten Befürwortern von SOS-Kinderdorf in Südafrika. Waren die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen zunächst vor allem für schwarze Kinder bestimmt, zogen in das 1994 fertiggestellte SOS-Kinderdorf Kapstadt schwarze, farbige, indische und weiße Kinder ein, die von ebenso verschieden farbigen SOS-Müttern betreut werden, was bis 1993 auf Grund der Apartheidgesetze ausgeschlossen war.
Naturkatastrophen, wie verheerende Überschwemmungen in der Provinz Natal 1987 oder ein folgenschwerer Sturm über Kapstadt 1999, veranlasste SOS-Kinderdorf Südafrika, die ärgste Not der Obdachlosen im Rahmen von SOS-Nothilfeprogrammen zu lindern.
2002 startete SOS-Kinderdorf Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Wie viele afrikanische Länder ist auch Südafrika von der HIV/Aids Epidemie stark betroffen. Durch Aidshilfeprogramme im Rahmen von SOS-Sozialzentren versuchen alle SOS-Kinderdörfer des Landes, betroffenen Familien praktische Hilfe zukommen zu lassen.
Zur Zeit gibt es in Südafrika acht SOS-Kinderdörfer, sechs SOS-Jugendeinrichtungen, sieben SOS-Kindergärten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, ein SOS-Mütter- und Mitarbeiterausbildungs-zentrum und elf SOS-Sozialzentren.
Website von SOS-Kinderdorf Südafrika
(verfügbar auf Englisch)