Hauptstadt: Hargeisa
Fläche: 137.600 km2
Bevölkerungszahl: 3,5 Millionen
Amtssprache(n): Somali, Arabisch und Englisch
Religion(en): Sunnitischer Islam
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Nach seinem langjährigen Engagement in Mogadishu im Süden Somalias, beschloss SOS-Kinderdorf International in den späten 1990er Jahren, auch in Somaliland, ehemals britisches Protektorat und im Nordwesten Somalias gelegen, aktiv zu werden. Somaliland hatte sich 1991 als unabhängiger Staat erklärt und seitdem 1994 die langjährigen bewaffneten Konflikte mit Somalia beendet werden konnten, herrschen relative Sicherheit und politische Stabilität. Somaliland wurde bisher nicht offiziell anerkannt, was nicht zuletzt den Zugang zu internationaler Hilfe verhinderte. Trotz der internationalen Isolation, die nur langsam aufbricht, befindet sich das Land im Wiederaufbau und ist von den anhaltenden Wirren im Süden Somalias kaum betroffen.
1999 kam es zur Unterzeichnung eines Abkommens zwischen dem damaligen Präsidenten von Somaliland Mohammed Egal und SOS-Kinderdorf International. Auf dieser rechtlichen Grundlage war es SOS-Kinderdorf möglich, sich am Wiederaufbau des Landes im Bildungsbereich zu beteiligen und eine Sekundarschule in Sheikh, einer kleinen Stadt 90 km südlich der Hafenstadt Berbera, zu renovieren und 2003 wieder in Betrieb zu nehmen. Die Schule war 1950 von der britischen Kolonialmacht errichtet und betrieben worden und hatte zu den bekanntesten und besten Schulen in Somaliland und in der Folge in ganz Somalia gezählt. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Sekundarschule in Sheikh hat in Somaliland Modellcharakter und steht insgesamt 240 Schülern, sowohl Tagesschülern als auch Internatsschülern aus allen Landesteilen, offen.
Ein beträchtlicher Teil der medizinischen und sozialen Infrastruktur, die in den bewaffneten Konflikten zwischen 1980 und 1994 zerstört wurde, wartet noch immer auf Wiederherstellung. SOS-Kinderdorf entschied, sich stärker in Somaliland zu engagieren und verlassenen Kindern und der Bevölkerung in der Hauptstadt Hargeisa zu helfen: Im Juni 2008 wurde der Bau des ersten SOS-Kinderdorfes, eines SOS-Kindergartens, eines SOS-Sozialzentrums (Familienstärkungsprogramm) und eines SOS-Medizinischen Zentrums abgeschlossen.
Das Familienstärkungsprogramm zielt darauf ab, Kindern, die Gefahr laufen, ihre Herkunftsfamilie zu verlieren, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und deren Gemeinde und stärkt sie in ihren Möglichkeiten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. In Berbera wurde 2008 ein zweites medizinisches Zentrum eröffnet. Im April 2010 startete das neue SOS-Sozialzentrum (Familienstärkungsprogramm) in Berbera.
Zurzeit gibt es in Somaliland ein SOS-Kinderdorf, einen SOS-Kindergarten, eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, zwei SOS-Sozialzentren und zwei SOS-Medizinische Zentren.
Website von SOS-Kinderdorf Somaliland
(verfügbar auf Englisch)