Hauptstadt: Dakar
Fläche: 196.720 km²
Bevölkerungszahl: 11,1 Millionen Einwohner (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Wolof, Fulani, Tukulor, Serer, Diola und Mandinka
Amtssprache(n): Französisch
Religion(en): Islam
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Anlässlich eines offiziellen Besuches des senegalesischen Staatspräsident Senghor 1975 in Österreich wurde ihm die Idee der Langzeitbetreuung von Kindern und Jugendlichen in SOS-Kinderdörfern näher-gebracht. Kurz darauf begab sich Hermann Gmeiner persönlich nach Senegal und nahm mit den Verantwortlichen Kontakt auf. Bereits 1976 fand die Gründung eines nationalen Vereins als Rechtsträger der SOS-Kinderdorf-Arbeit statt. Die ersten Familien bezogen 1977 das SOS-Kinderdorf Dakar in einem Vorort der gleichnamigen Hauptstadt.
Ein weiteres SOS-Kinderdorf öffnete 1983 in Koalack seine Tore. Da die Bevölkerung in dieser Stadt nur über ein veraltetes Krankenhaus verfügte, errichtete SOS-Kinderdorf 1984 eine Mutter-Kind-Klinik für die Region um Kaolack. Zehn Jahre später wurde die Klinik um eine kleine Kinderabteilung erweitert. Die SOS-Kinderdorf-Arbeit setzte sich mit der Inbetriebnahme des SOS-Kinderdorfes in Louga im Norden des Landes fort. 1998 entstand in der Casamance, einer von ethnischen Spannungen mit dem Nachbarland Guinea-Bissau geprägten Region, Senegals viertes SOS-Kinderdorf Ziguinchor. Die den Kinderdörfern angeschlossenen Kindergärten sind für die Kinder der Nachbarschaft zugänglich und spielen eine wesentliche Rolle bei der Integration des Kinderdorfes in die lokale Gemeinschaft.
Die hohe Analphabetenrate in Senegal gab Anlass zur Gründung der SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Kaolack und Louga. Diese Schulen tragen seither wesentlich zur Verbesserung des Bildungsniveaus bei und weisen einen sehr hohen pädagogischen Standard auf. Die den Kinderdörfern entwachsenen Jugendlichen bewohnen SOS-Jugendwohngemeinschaften, wo sie lernen, selbständig zu leben und von SOS-Kinderdorf bei ihrer Arbeitssuche unterstützt werden. In einem fürchterlichen Schiffunglücks in 2002 wurden zahlreiche Menschen getötet und viele Kinder verloren somit ihre Eltern. SOS-Kinderdorf Senegal initiierte ein Nothilfeprogramm (Lebensmittel, Medikamente, Schulmaterial etc. wurde zur Verfügung gestellt) und veranlasste, dass 100 verwaiste Kinder in den SOS-Kinderdörfern aufgenommen wurden. Da jedoch die maximale Kapazität im SOS-Kinderdorf Ziguinchor erreicht war, musste dieses um zwei weitere Familienhäuser erweitert werden.
Die Regionen um den Standorten der SOS-Kinderdörfer verzeichnet eine der größten Armutsziffern, woraufhin SOS-Kinderdorf Senegal entschied, dort Familienstärkungsprogramme zu starten. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Senegal direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Im August 2005 führten starke Regenfälle zu verheerenden Überschwemmungen in Dakar und Kaolack. SOS-Kinderdorf Senegal beteiligte sich in Kooperation mit der Regierung an einem Nothilfeprogramm und stellte Grundnahrungsmittel, Medikamente, Matratzen, Moskitonetze etc. den geschädigten Familien zur Verfügung. Das Nothilfeprogramm endete im Dezember 2005 und es konnten damit 1.130 Kinder in 326 Familien unterstützt werden.
Einige Jahre später wiederholten sich die schweren Unwetter und Dakar und Umgebung wurde wieder in Mitleidenschaft gezogen. SOS-Kinderdorf Senegal reagierte schnell und initiierte erneut ein Nothilfeprogramm.
In der Region Casamance, wo sich das SOS-Kinderdorf Ziguinchor befindet, ereignen sich immer wieder Konflikten zwischen den Rebellen von Casamance und Guinea Bissau. Die Folge ist ein geschwächter Wirtschaftssektor, worunter auch das Bildungssystem leidet. Aus diesem Grund beschloss SOS-Kinderdorf Senegal eine Schule zu errichten, um die Bildung der Kinder zu unterstützen. Da diese Region zu den ärmsten Gebieten Senegals gehört, wo Armut, Arbeitslosigkeit und Lebensmittelknappheit weit verbreitet sind, will man mithilfe von Familienstärkungsprogrammen dem entgegenwirken.
Der Bau eines fünften SOS-Kinderdorfes in der Region Tambacounda, soll der großen Zahl verwaister Kinder ein neues Zuhause bieten, die aufgrund Armut und Landflucht der Eltern zurückgeblieben sind.
Zurzeit gibt es in Senegal fünf SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen, fünf SOS-Kindergärten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-medizinische Zentren, ein SOS-Berufsbildungszentrum und sieben SOS-Sozialzentren.