Das SOS-Kinderdorf Kigali wurde auf einem Hügel, etwa 10 km von der Hauptstadt Kigali entfernt errichtet und bereits im Dezember 1979 in Betrieb genommen. Es umfasst 15 Familienhäuser für insgesamt 150 Kinder, ein Verwaltungsgebäude, Dorfleiterhaus, Tantenhaus und den Servicebereich mit einer Kantine.
Um den schon reiferen Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit noch besser zur Seite stehen zu können, wurde 1986 eine SOS-Jugendeinrichtung eröffnet, die sich aus vier Jugendhäusern zusammensetzt, von denen zwei (je sieben Zimmer, Wohnzimmer, Küche) von Mädchen bewohnt werden. Die beiden anderen, in denen die Buben untergebracht sind, bestehen aus sechs bzw. vier Häuschen mit jeweils 2 Zimmern. Das Leben in den SOS-Jugendhäusern verlangt den Jugendlichen zunehmend Eigenverantwortung ab, zumal sie dort lediglich von einem Erzieher betreut werden. Der Aufenthalt in einem Jugendhaus wird mit ca. vier Jahren angesetzt, Jugendliche die noch in Ausbildung stehen oder auf Arbeitssuche sind, können aber auch länger bleiben.
In den folgenden Jahren wurden dem Standort Kigali noch einige zusätzliche Einrichtungen angegliedert, deren Angebot auch eine enorme Bereicherung für die Bevölkerung aus der näheren Umgebung darstellt:
Der dorfeigene SOS-Kindergarten besteht seit 1981 und wird von 80 Kindern auch aus der Nachbarschaft besucht. Drei Gruppenräume und diverse Nebenräume stehen den Kleinen dort ebenso zur Verfügung, wie natürlich auch ein Spielplatz, der ausreichend Gelegenheit zum Klettern, Schaukeln, Rutschen und Herumtollen bietet.
In der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (Grundschule) werden seit Oktober 1997 630 Schüler in 18 Klassen unterrichtet und können auch spezielle Lehrsäle nutzen. Die Schule ist für die ganze Umgebung zu einem wichtigen Zentrum geworden und ermöglicht eine Ausbildung auf hohem Niveau.
Nachdem der Bürgerkrieg unendlich viel Leid über ganz Ruanda gebracht hatte und die medizinische Versorgung schon vorher sehr mangelhaft gewesen war, entschloss sich SOS-Kinderdorf zur Errichtung eines SOS-medizinischen-Zentrums, das der Bevölkerung (etwa 3.800 Patienten pro Jahr) jetzt bereits seit März 1998 zur Verfügung steht. Die Klinik besteht aus zwei Behandlungsräumen, zwei Labors und einem Raum für Gesundheitserziehung, um in den Menschen so gut als möglich auch das Bewusstsein für ihren Organismus und ihren Körper zu stärken.
Um auch den SOS-Müttern und SOS-Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich aus- bzw. weiterzubilden, wurde in Kigali Ende 2000 ein SOS-Berufsbildungszentrum eröffnet, das gegenwärtig von rund 150 Müttern und Mitarbeitern besucht wird, die in den 23 Zimmern auch wohnen können. Der Unterricht wird in zwei Kursräumen abgehalten, und neben einer Bibliothek und einer Werkstatt stehen auch eine Kantine, ein Lager und natürlich entsprechende Sanitärräume zur Verfügung.