Das SOS-Kinderdorf Byumba ist seit 4. Oktober 1997 in Betrieb und liegt im Norden Ruandas, etwa 7 km außerhalb der gleichnamigen Stadt und ca. 60 km nördlich von Kigali entfernt. Byumba ist über die gut ausgebaute Bundesstraße relativ leicht zu erreichen, der nächstgelegene Flughafen befindet sich in der Hauptstadt. Aufgrund der recht hohen Lage, ist es im SOS-Kinderdorf Byumba, das offiziell erst am 27. April 1999 feierlich eröffnet wurde, immer angenehm kühl. Es umfasst insgesamt 15 Familienhäuser für insgesamt 150 Kinder, Verwaltungsgebäude, Gemeinschaftsraum, Dorfdirektorhaus, Tantenhaus, Werkstätten sowie einen Volley- bzw. Basketballplatz.
Da es in der Nähe des SOS-Kinderdorfes keine Kinderbetreuungseinrichtungen gibt und die Dorfschule während des Bürgerkriegs zerstört worden war, wurden dem Standort Byumba ein SOS-Kindergarten und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule angeschlossen, die beide am 13. Oktober 1997 ihre Pforten öffneten. Im SOS-Kindergarten können 75 Kinder von drei bis sechs Jahren (auch aus der näheren Umgebung) betreut werden, wobei den Tanten dafür drei Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, eine Bibliothek, eine Küche und ein Büro für den Direktor zur Verfügung stehen. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule besteht aus 12 Klassen, in denen etwa 420 Schüler – teilweise auch aus der Nachbarschaft – unterrichtet werden. Den Lehrern steht ein Lehrerzimmer zur Verfügung, und die Bibliothek wird oft und gerne von den Schülern besucht.
Schon nach kurzer Zeit ist das SOS-Kinderdorf in jeder Hinsicht zu einem unverzichtbaren Bestandteil seiner Umgebung geworden, umso mehr, als im Februar 1999 auch ein SOS-Medizinisches Zentrum in Betrieb genommen, das seither die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet. Etwa 4.500 Personen nehmen die kleine Klinik, die neben einem Behandlungs- und einem Untersuchungsraum auch ein Labor und eine Apotheke beinhaltet jährlich in Anspruch.
Um den bereits reiferen Jugendlichen bei ihrer Verselbständigung noch besser zur Seite stehen zu können, wurde im September 2001 schließlich auch eine SOS-Jugendeinrichtung ihrer Bestimmung übergeben. Dieses Projekt setzt sich aus zwei Wohngemeinschaften für Buben und einer für Mädchen zusammen. Insgesamt wird dort 42 Jugendlichen immer mehr Eigeninitiative abverlangt, sie werden nur noch von einem Erzieher betreut und müssen zunehmend selbst Verantwortung übernehmen. Die SOS-Mütter, die Dorfleiter und Psychologen bereiten die Jugendlichen sorgfältig auf die Aufnahme in die SOS-Jugendwohngemeinschaft vor, der Aufenthalt dort wird mit ca. vier Jahren angesetzt, Jugendliche die noch in Ausbildung stehen oder auf Arbeitssuche sind, können aber auch länger bleiben.