Hauptstadt: Bamako
Fläche: 1.240.140 km²
Bevölkerungszahl: 12,3 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Bambara, Tuareg, Dogon, Songhai, Senufo und Fulani
Amtssprache(n): Französisch
Religion(en): Islam, traditionelle Religionen, Christen
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Anlässlich eines Treffens zwischen dem Innenminister von Mali und Vertretern des französischen SOS-Kinderdorf-Vereins konnte SOS-Kinderdorf International im Jahr 1984 mit Mali erste Kontakte knüpfen und sein Interesse bekunden, in diesem Land ein SOS-Kinderdorf zu errichten. 1985 fand die Unterzeichnung eines Abkommens mit der Regierung statt; SOS-Kinderdorf International begann, die Idee von Hermann Gmeiner zu verwirklichen. Im August 1987 besiedelten die ersten SOS-Kinder und ihre Mütter ihr SOS-Kinderdorf in dem, 30 km von der Hauptstadt Bamako entfernten Sanankoroba.
Da es dem Land an finanziellen Mitteln mangelt und die staatlichen Ausbildungsmöglichkeiten unzureichend sind, wurden dem SOS-Kinderdorf ein SOS-Kindergarten (Oktober 1988) und eine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule (Oktober 1997) angeschlossen. Im Juli 1996 konnte die erste SOS-Jugendeinrichtung in Bamako (Stadtteil Torokorobougou) in Betrieb gehen. Hier werden die SOS-Jugendlichen zu einem Leben in Selbständigkeit erzogen und ihnen die Möglichkeit geboten, ihre Ausbildung in einer der Schulen in der Umgebung zu absolvieren oder eine Lehre abzuschließen. In dieser Zeit werden sie weiterhin von SOS-Kinderdorf International betreut.
Aufgrund des großen Bedarfs zur Betreuung verlassener und verwaister Kinder wurde von SOS-Kinderdorf International ab Juni 1994 in Sévaré (Stadtteil Socoura), einer 20 km von der Stadt Mopti entfernten Gemeinde, ein weiteres SOS-Kinderdorf errichtet.
Da in Mali große Armut herrscht und somit die Gefahr besteht, dass die Eltern ihre Kinder verlassen, hat SOS-Kinderdorf Mali beschlossen, Familienstärkungsprogramme einzuführen. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Mali direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Die lang anhaltende Dürre und Heuschreckenplage in Mali führte zu großen Ernteausfällen und zu einer Hungersnot. Das SOS-Kinderdorf Socoura reagierte mit einem Nothilfeprogramm und verteilte Grundnahrungsmittel und andere Hilfsgüter. Das Programm dauerte vom Frühjahr bis Sommer 2005.
Bildung ist der beste Weg aus der Armut! Aus diesem Grund beschloss SOS-Kinderdorf Mali eine Schule in der Nähe des SOS-Kinderdorfes Socoura zu errichten. Dort wird den Kindern aus bedürftigen Familien (insbesondere den Mädchen) sowie den SOS-Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht. Eine integrierte Kantine versorgt die Kinder mit einer ausgewogenen Mahlzeit.
Im Zuge des geplanten dritten SOS-Kinderdorfes in Kita, wurde ein weiteres Familienstärkungs-programm an diesem Standort initiiert.
Im Frühjahr 2008 wurde mit dem Bau des Kinderdorfes und des Kindergarten Kita begonnen, der Ende 2009 fertig gestellt wurde.
Derzeit gibt es in Mali drei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, drei SOS-Kindergärten, drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schule und sechs SOS-Sozialzentren.