SOS-Kinderdorf Lilongwe 

Foto: Benno Neeleman
Foto: Benno Neeleman
 

Lilongwe, die Hauptstadt Malawis, liegt im Südwesten des Landes, nahe der Grenze zu Mosambik und Sambia. Das SOS-Kinderdorf liegt cirka vier Kilometer südlich von Lilongwe. Die Vegetation in dieser Region ist eher karg, auf dem flachen Land wachsen verstreut Sträucher und Büsche. Der rote Sand, der für diese Region so charakteristisch ist, ergibt mit den grünen Pflanzen, die überall gesetzt wurden, ein freundliches, buntes Bild. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 12. September 1996 im Beisein des Staatspräsidenten von Malawi und zahlreicher Ehrengäste statt.

Das SOS-Kinderdorf Lilongwe besteht aus zwölf Familienhäusern mit einer Kapazität von bis zu 120 Kindern, einem Verwaltungsgebäude, einer Mehrzweckhalle, einer Maismühle sowie Häusern für den Dorfleiter und die SOS-Tanten (unterstützen die SOS-Kinderdorf-Mütter und vertreten sie im Falle ihrer Abwesenheit). Der SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule sind ebenfalls bereits seit 1994 in Betrieb. In den sechs Gruppenräumen des SOS-Kindergartens können bis zu 180 Kinder betreut werden. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule umfasst zwanzig Klassenräume, eine Bibliothek und einen Sportplatz und kann bis zu 670 Schüler aufnehmen. Das Volleyball-, Netzball-, Basketball- und Fußballfeld können von den Kindern des SOS-Kinderdorfes auch in ihrer Freizeit benutzt werden. 1997 wurde ein SOS-medizinisches Zentrum eröffnet und mittlerweile zweimal baulich erweitert. Heute gehören fünf Behandlungsräume, ein Labor und ein Tuberkulose- und Aidstherapiezentrum zur Krankenstation. Das Therapiezentrum konzentriert sich auf die Betreuung behinderter Kinder und bietet Physiotherapie, Sprachtherapie, Beschäftigungstherapie und Orthopädie an.

Die SOS-Hermann-Gmeiner-Sekundarschule wurde im März 1998 eröffnet und besteht aus dreizehn Klassenräumen, einem Labor, einer Werkstatt und einem Raum für Hauswirtschaftslehre. Sie kann bis zu 520 Schüler aufnehmen. Um den Bedürfnissen der steigenden Zahl der Jugendlichen, die dem SOS-Kinderdorf bereits entwachsen sind, zu entsprechen, wurde im Jahr 2000 eine SOS-Jugendeinrichtung in Betrieb genommen. Dort können bis zu 48 Jugendliche während ihrer weiteren Ausbildung oder höheren Schulbildung wohnen und sich auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Im Jänner 2002 ging ein SOS-Sozialzentrum in Betrieb, das ein AIDS-Hilfeprogramm in der näheren Umgebung koordiniert.

Dieses Familienstärkungsprogramm erreicht bis zu 2.000 Personen pro Jahr und zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern abzudecken (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, soziale Fähigkeiten) und hilft Familien, selbständig für Schutz und Betreuung der Kinder sorgen zu können. Man unterstützt die Familien, eine verlässliche Einkommensquelle zu sichern und bietet Erziehungsberatung an. Ein SOS-Berufsbildungszentrum für bis zu 140 Jugendliche wurde im Juli 2004 eröffnet und umfasst eine Lehrküche, drei Klassenräume für Sekretariatsarbeit, EDV und Unternehmensführung, sechs Klassenräume für Tischlerei, Schneiderei, Metallverarbeitung, Installationstechnik, Reparatur von Elektrogeräten und Landwirtschaft sowie einen landwirtschaftlichen Bereich mit Anbauflächen und einem Verkaufsstand.