Hauptstadt: Monrovia
Fläche: 111.370 km²
Bevölkerungszahl: 3,5 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Kpelle, Bassa, Gio, Kru und Vai
Amtssprache(n): Englisch
Religion(en): Traditionelle Religionen, Islam, Christen
Währung: 1 Liberianischer Dollar = 100 Cent
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die sozialen Probleme des Landes und insbesondere die wachsende Zahl der Waisenkinder bewegte Frau Victoria Tolbert, Frau des damaligen Staatspräsidenten, 1970 dazu, Kontakt mit Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer aufzunehmen und ihn von der Notwendigkeit der Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in Liberia zu überzeugen. Dieser stimmte der Idee zu, und daraufhin übertrug die Regierung im August 1978 ein Grundstück in Matadi, einem Stadtteil von Monrovia in der Nähe des Flughafens "James Payne", an SOS-Kinderdorf. So entstand von November 1978 bis 1980 das erste SOS-Kinderdorf in Liberia mit angeschlossenem Kindergarten und einem Jugendhaus. 1978 wurde der nationale SOS-Kinderdorf-Verein Liberia als Rechtsträger der SOS-Kinderdorf-Arbeit im Land gegründet. Anfang 1981 waren die Bauarbeiten des SOS-Kinderdorfes Monrovia beendet und die ersten Kinder konnten gemeinsam mit ihrem Dorfleiter Rev. D. Kennedy Wlue einziehen.
Aufgrund des großen Mangels an guten Schulen in der Umgebung des SOS-Kinderdorfes Monrovia wurde 1984 auf einem Nachbargrundstück eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grund- und Mittelschule errichtet, die sowohl den SOS-Kindern als auch den Kindern der Nachbarschaft eine gute Schulbildung bot. Da auch der Bedarf an Betreuungseinrichtungen für verlassene und verwaiste Kinder in Liberia ständig stieg, entstand 1988/1989 das zweite SOS-Kinderdorf in Liberia, und zwar im Landesinneren in Juah Town. Angeschlossen waren ein Kindergarten und eine Schule.
Anfang 1990 brach in Liberia ein schrecklicher Bürgerkrieg aus, der besonders im Landesinneren heftig tobte. Somit konnte das SOS-Kinderdorf Juah Town erst nach einer Generalsanierung nach den Kriegsjahren im August 2000 in Betrieb genommen werden. Während der Kriegsjahre blieb das SOS-Kinderdorf Monrovia immer ein sicherer Ort und bot auch der Nachbarschaft Schutz und Hilfe. Im April 1996 sowie im Juli 2003, als die Kämpfe in Monrovia am heftigsten waren, flüchteten sich beispielsweise ca. 7.000 Menschen ins sichere Dorf auf der Flucht vor plündernden und brandschatzenden Banden. Sie wurden dort drei Monate lang verpflegt und medizinisch versorgt. Nach den Kampfhandlungen im Jahr 2003 intervenierten die Vereinten Nationen, um die Lage im Land zu stabilisieren. Der bereits 1978 gegründete SOS-Kinderdorf-Verein war während der Kriegsjahre handlungsunfähig geworden und formierte sich 1999 neu. Im Mai 2000 wurde der neu gegründete Verein Mitglied des Dachverbandes SOS-Kinderdorf International.
Im Jänner 2006 legt die aus den international als frei und fair bewerteten Präsidentenwahlen als Siegerin hervorgegangene Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf den Amtseid ab und beginnt ein ambitioniertes Wiederaufbauprogramm. Aufgrund der aus der instabilen politischen Situation an der Elfenbeinküste resultierenden Flüchtlingsmengen wurde 2011 wurde ein SOS-Nothilfe Programm im Flüchtlingscamp Bahn errichtet.
Zurzeit gibt es in Liberia zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung, zwei SOS-Kindergärten, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, drei SOS-Sozialzentren, ein SOS-medizinisches Zentrum und ein SOS-Nothilfe Programm.
Website von SOS-Kinderdorf Liberia
(verfügbar auf Englisch)