Hauptstadt: Yaoundé
Fläche: 475.442 km²
Bevölkerungszahl: 16,4 Millionen (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: 140 ethnische Gruppen
Amtssprache(n): Französisch, Englisch
Religion(en): Muslime, Katholiken, Protestanten
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Die am Golf von Guinea im Westen Zentralafrikas gelegene Republik Kamerun weist mit seinen rund 140 ethnischen Gruppen eine enorme Vielfalt in der Bevölkerungs-zusammensetzung auf. Hauptsiedlungsräume dieses rund 16 Millionen Einwohner zählenden Staates sind die großen Städte im Süden des Landes, wo auch SOS-Kinderdorf erstmals den großen Bedarf an geeigneten Kinderfürsorge- und -betreuungs-einrichtungen feststellte. Nach den ersten 1986 geführten Verhandlungen zur Zusammenarbeit zwischen SOS-Kinderdorf International und der Regierung von Kamerun kam es vier Jahre darauf zur Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens.
Als erster konkreter Schritt wurde 1995 in Mbalmayo, in der Nähe der Hauptstadt Yaoundé, ein SOS-Kindergarten in angemieteten Räumlichkeiten in Betrieb genommen. Zwei Jahre später öffnete die SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule auf dem Gelände des zu dieser Zeit bereits in Bau befindlichen SOS-Kinderdorfes ihre Tore für die Kinder der Nachbarschaft als Antwort auf die hohe Analphabetenrate. 1998 zogen die ersten Kinder in das neu erbaute SOS-Kinderdorf Mbalmayo. Das dem SOS-Kinderdorf angeschlossene SOS-medizinische Zentrum bietet der Bevölkerung allgemeinmedizinische Betreuung sowie präventive Gesundheitsberatung.
Ab 2004 startete SOS-Kinderdorf Familienförderprogramme. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern.
Die wirtschaftliche Hauptstadt und zugleich Hafenstadt Duala wurde als Standort für das zweite SOS-Kinderdorf Kameruns ausgewählt. Ihre hohe Bevölkerungsrate, Folge einer starken Landflucht aufgrund andauernder Wirtschaftskrise, ihr hoher Prozentsatz an Straßenkindern und eine steigende Zahl an Aidsbetroffenen führten zu dieser Wahl. Das SOS-Kinderdorf und seine Zusatzeinrichtungen Kindergarten, Schule und medizinisches Zentrum nahmen ihren Betrieb im August 2007 auf. Das medizinische Zentrum trägt wesentlich zur Verbesserung der Gesundheitssituation der Bevölkerung bei, die aufgrund des warmen und feuchten Klimas und der starken Umweltverschmutzung von Lungen- und Atemwegserkrankungen sowie von Malaria und epidemischen Krankheiten besonders betroffen ist.
Zurzeit gibt es zwei SOS-Kinderdörfer in Kamerun, zwei SOS-Kindergärten, eine SOS-Jugendeinrichtung, zwei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-medizinisches Zentren und ein SOS-Sozialzentrum.