Hauptstadt: Accra
Fläche: 238.540 km²
Bevölkerungszahl: 21 Millionen Einwohner (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Fanti, Aschanti, Nzima, Ahanta, Ga, Mosi-Dagomba, Gonja
Amtssprache(n): Englisch
Religion(en): Christen, Muslime, Naturreligionen
Währung: 1 Cedi = 100 Pesewa
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
Das traurige Schicksal der Kinder, die aus Gründen des traditionellen Glaubens von ihren Familien verstoßen wurden, veranlasste die ghanaische Sozialarbeiterin Frau Mercy A. Busia, dazu, aktiv zu werden und sich für diese Kinder in Not einzusetzen. Während eines Studienaufenthalts in Norwegen lernte Frau Busia 1967/68 zufällig die SOS-Kinderdorf-Arbeit kennen. Daraufhin kontaktierte sie Hermann Gmeiner, den Gründer der SOS-Kinderdörfer, in Österreich und bat um die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in Ghana. In der Folge entstanden Kontakte zwischen SOS-Kinderdorf International und verschiedenen engagierten Personen in Ghana, unter anderem auch mit der Honorarkonsulin von Österreich in Ghana, Fr. Ingeborg Nicol.
Im Juli 1970 konnte schließlich der SOS-Kinderdorf-Verein Ghana gegründet werden. 1971 erhielt SOS-Kinderdorf ein großes Grundstück in Tema, etwa 35 km von der Hauptstadt Accra entfernt, um dort ein SOS-Kinderdorf und verschiedene Zusatzeinrichtungen errichten zu können. So entstand von 1972 bis Mai 1974 das SOS-Kinderdorf Tema mit vorerst fünf Familienhäusern. Die ersten 20 Kinder konnten mit vier SOS-Kinderdorf-Müttern und der engagierten Sozialarbeiterin Fr. Alice Appea, der ersten Dorfleiterin, im Juni 1974 das Dorf besiedeln.
Im Laufe der Jahre wurde das SOS-Kinderdorf Tema stetig erweitert und umfasst heute 15 Familienhäuser und mehrere Zusatzeinrichtungen vor allem im Bereich Schul- und Berufsausbildung. Diese dienen einerseits den SOS-Kinderdorf-Kindern als Bildungsstätten, andererseits besuchen insgesamt etwa 1.100 Schüler aus der Nachbarschaft den SOS-Kindergarten, die SOS-Hermann-Gmeiner-Grund- und Sekundarschule, das SOS-Berufsbildungszentrum sowie das internationale SOS-Hermann-Gmeiner-College in Tema. Das College, eine höhere Sekundarschule, entstand 1990 und wird von begabten SOS-Jugendlichen aus ganz Afrika sowie von externen Jugendlichen aus Ghana besucht. Der Abschluss mit einer international anerkannten Reifeprüfung ermöglicht den Absolventen des Colleges ein Studium an nahezu allen Universitäten der Welt. Als die ersten Kinder dem SOS-Kinderdorf Tema entwachsen waren, wurden 1986 die ersten Jugendwohneinrichtungen errichtet und Starthilfeprogramme in Angriff genommen. Aufgrund des großen Bedarfs an Betreuungseinrichtungen für alleingelassene und verwaiste Kinder entstand zwischen 1989 und 1992 ein zweites SOS-Kinderdorf in Ghana, und zwar in einer sehr ländlichen Gegend in Asiakwa, etwa 100 km nordöstlich der Hauptstadt Accra. Seit 2004 unternimmt SOS-Kinderdorf Ghana in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen verschiedene Schritte, die Not der Bevölkerung, vor allem auch der von HIV/Aids-Betroffenen, zu lindern. Ziel dieser Familienförderprogramme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Um dies zu erreichen, arbeitet SOS-Kinderdorf Ghana direkt mit den Familien und den jeweiligen Gemeinden und stärkt sie in ihren Kapazitäten, die Kinder bestmöglich zu betreuen und zu schützen. Organisiert wird diese Präventivarbeit gemeinsam mit lokalen Behörden und anderen Sozialpartnern. Aktivitäten sind z.B. Unterstützung mit Lebensmitteln, Medikamenten, Schulgebühren, Schaffung von Selbsthilfeprojekten.
Aufgrund des großen Bedarfs an langfristiger familienähnlicher Unterbringung, wurde das SOS-Kinderdorf Asiakwa um vier Familienhäuser erweitert.
Im Herbst 2007 verursachten heftige Regenfälle verheerende Überschwemmungen im Norden von Ghana. SOS-Kinderdorf Ghana wurde mit einem Nothilfeprogramm aktiv und unterstützte die betroffene Bevölkerung mit Lebensmitteln sowie mit Dachabdeckungen und Zement.
Zurzeit gibt es in Ghana vier SOS-Kinderdörfer, zwei SOS-Jugendeinrichtungen, vier SOS-Kindergärten, sieben SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-Berufsbildungszentren, fünf SOS-Sozialzentren und vier SOS-medizinische Zentren.
Website von SOS-Kinderdorf Ghana
(verfügbar auf Englisch)