Hauptstadt: Bujumbura
Fläche: 27.830 km²
Bevölkerungszahl: 6,4 Millionen Einwohner (Stand Juli 2005)
Bevölkerungsgruppen: Hutu, Tutsi und Twa
Amtssprache(n): Französisch, Kirundi
Religion(en): 2/3 Christen (überwiegend römisch-katholisch), Islam und traditionelle Religionen
Währung: 1 Burundi-Franc = 100 Centimes
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im Land
1976 begann SOS-Kinderdorf International mit seiner Arbeit in Burundi, einem durch die anhaltenden politischen Auseinandersetzungen zerrütteten Land. Auf einem vom Erzbistum geschenkten Grundstück in Gitega, einer Stadt im Zentrum des Landes, wurde das erste SOS-Kinderdorf Burundis erbaut und 1979 von den ersten Familien besiedelt.
Die außerordentlich große Armut der Bevölkerung und die dadurch in Not geratenen Kinder in diesem von ethnischen Konflikten gezeichneten Land bewog SOS-Kinderdorf 1985, in der Hauptstadt Bujumbura am Tanganjikasee ein zweites SOS-Kinderdorf zu gründen. Die Kooperation mit den zuständigen staatlichen Behörden wurde 1990 mit der Unterzeichnung eines Regierungsabkommens bestätigt.
Da es in Burundi keine Schulpflicht gab und das Angebot an staatlichen Schulen entsprechend gering war, beschloss SOS-Kinderdorf die Errichtung von entsprechenden Bildungseinrichtungen. Die erste SOS-Hermann-Gmeiner-Schule öffnete ihre Tore im Oktober 1985 in Bujumbura. Das SOS-medizinische Zentrum in Bujumbura bietet der Bevölkerung aus dem Einzugsgebiet der Stadt seit 1992 allgemeinmedizinische Betreuung an.
Ausschlaggebend für eine verstärkte Aktivität von SOS-Kinderdorf in Burundi ab 1994 war der Ausbruch des Bürgerkrieges im benachbarten Ruanda. Im Rahmen eines Nothilfeprogramms wurde im nördlich gelegenen Muyinga eine provisorische Unterbringung für Waisenkinder geschaffen. In der Folge wurde dieses Provisorium in eine permanente Einrichtung, das dritte SOS-Kinderdorf Burundis, umgewandelt. Die Jugendlichen finden auf ihrem Weg in die Selbständigkeit Aufnahme und Betreuung in SOS-Jugendwohngemeinschaften und werden zudem bei der Arbeitssuche unterstützt.
Auf die Bitte der Regierung Burundis entstand die Idee zur Errichtung eines vierten SOS-Kinderdorfes im Süden des Landes, einer Region, die ebenfalls von dem Krieg schwer betroffen wurde und eine hohe Zahl an Waisenkindern aufweist. Das SOS-Kinderdorf Rutana wurde im November 2005 besiedelt.
Der Erfolg der kinderdörflichen Arbeit in Burundi, welches heute zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, ist nicht zuletzt der Unterstützungsbereitschaft der Regierung zu verdanken. Seit 2004 unternimmt SOS-Kinderdorf Burundi, in Zusammenarbeit mit anderen NGOs, verschiedene Schritte, die Not der Bevölkerung, vor allem auch der von HIV/Aids-Betroffenen, zu lindern, z.B. Unterstützung mit Medikamenten, Schulgebühren, Schaffung von Selbsthilfeprojekten.
Zurzeit gibt es in Burundi fünf SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen, fünf SOS-Kindergärten, sechs SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, vier SOS-medizinische Zentren und vier SOS-Sozialzentren.