Andere Betreuungsformen 

Foto: Katerina Ilievska
Auch Säuglinge und Kleinkinder werden im Übergangsheim in Pristina/Kosovo aufgenommen - Foto: K. Ilievska

Kurz- und mittelfristige Betreuung

Dieses spezielle sozialtherapeutische Angebot gibt es in einigen Ländern (Österreich, Korea, Mexiko, Ungarn, Polen, Ecuador, Kosovo), z.B. in Form von Krisenpflegeplätzen, Kinderwohngruppen, heilpädagogischen Zentren, Übergangsheimen. Kinder, deren Wohl im derzeitigen Familiensystem vorübergehend nicht gewährleistet ist, oder die aufgrund einer Akutsituation aus ihrer Familie heraus genommen werden müssen, werden hier kurz- bis mittelfristig untergebracht. In dieser problematischen Zeit erhalten sie in dem Bewusstsein Beistand, dass die Unterbringung nicht von Dauer ist. In der Regel beträgt die Betreuungsdauer bis zu maximal zwei Jahre. Im Vordergrund steht die kontinuierliche umfassende psychosoziale und therapeutische Arbeit mit den Kindern und ihren Familien. Ziel ist es, dem Kindeswohl förderliche Rahmenbedingungen in der Herkunftsfamilie wieder herzustellen und die Kinder wieder dorthin rückzuführen. Erweist sich dies als nicht möglich, wird eine andere geeignete Unterbringung gesucht.

Foto: SOS-Archiv
Rundum-Betreuung in Khajuri Kalan in Indien - Foto: SOS-Archiv

Projekte für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

Es gibt eine Reihe von Einrichtungen, die sich der speziellen Förderung, Rehabilitation und therapeutischen Begleitung von Kindern mit körperlichen und geistigen Behinderungen widmen. Mit gezielten Förderangeboten (Physiotherapie, Ergo- und Logotherapie, Beschäftigungstherapie, Behindertenwerkstätten, landwirtschaftlichen Projekten) und behindertengerechter Infrastruktur werden Kinder und Jugendliche bestmöglich betreut. Derartige Projekte gibt es z.B. in Indien, Nepal, Honduras, Costa Rica, Paraguay, Mexiko, Deutschland, Äthiopien, Sierra Leone und Marokko.


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Der Franz-Staufer-Hof in Österreich ist Wohngemeinschaft und Arbeitsprojekt - Foto: SOS-Archiv
Sozialpädagogisch-therapeutische Einrichtungen

Diese Projekte für Jugendliche bzw. junge Erwachsene gibt es speziell in Österreich und Deutschland, wo das sozialpädagogische Spektrum der SOS-Kinderdorf-Arbeit sehr differenziert ist. Junge Menschen, die in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation gefährdet oder beeinträchtigt sind und die einer besonders intensiven Betreuung bedürfen, sind hier untergebracht. Ziel ist die schrittweise Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft. Die Betreuer(innen) legen individuelle Betreuungsziele mit den einzelnen Jugendlichen fest. Sie unterstützen sie dabei, ihr Leben selbständig und eigenverantwortlich und ihren Fähigkeiten entsprechend zu gestalten und in die Arbeitswelt hinein zu finden. Zielgruppe sind weibliche und männliche Jugendliche, die noch nicht die Voraussetzungen mitbringen, sich in einen Ausbildungs- oder Arbeitsprozess einzugliedern. Zu den Aufnahmegründen zählen soziale bzw. psychische Auffälligkeiten, kein Schulabschluss, unterdurchschnittlich intellektuelle Begabung und daher schlechte Chancen zur beruflichen Integration.