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| Die Kinder in den palästinensischen Gebieten sind extremen Belastungen ausgesetzt - Foto: R. Fleischanderl |
Die Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen und die Bodenoffensive, die am 3. Januar startete, führen zu chaotischen Zuständen in der Region und sind eine massive Bedrohung für die Zivilbevölkerung. Familien fliehen aus Angst aus ihren Häusern, andere wiederum werden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, so die Nachrichtenagentur Reuters. Laut Reuters ist die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf über 530 angestiegen, mindestens eine Viertel davon sollen Zivilisten sein.
Es mangelt so gut wie an allem. Nahrungsmittel und Medikamente sind kaum noch zu bekommen, die Stromversorgung für die Krankenhäuser und Wohnhäuser ist de facto zusammengebrochen. Ärzteteams müssen mit Generatoren arbeiten, die jederzeit ausfallen können. Und in den Häusern funktionieren bei winterlichen Temperaturen die Heizungen nicht.
Wael Abu Mustafa, der Leiter des SOS-Kinderdorfes in Rafah, musste am Schwarzmarkt zu exorbitant hohen Preisen Grundgüter kaufen, damit das Dorf zumindest die nächsten zwei Wochen übersteht. Es gelang ihm, ausreichend Nahrungsmittel und Gas zu beschaffen, zur großen Erleichterung der Kinder, Mütter und Mitarbeiter in Rafah. "Wir wissen eigentlich nicht, wie es ihm gelang, die Dinge zu kaufen, denn es ist schon schwierig, eine Familie zu versorgen, geschweige denn ein ganzes Dorf", so SOS-Mutter Elham.
Was die militärische Bedrohung betrifft, befindet sich das SOS-Kinderdorf in einer eindeutig besseren Lage als andere Gebiete, weil es ganz im Süden liegt. Allerdings ist das Meer nicht weit weg und die Raketen, die von Kampfschiffen abgefeuert werden, schlagen häufig nahe dem SOS-Kinderdorf-Gelände ein. Dazu kommen die Kampfflugzeuge, die ständig das Gebiet überfliegen und die Kinder extrem einschüchtern. Elham und die Jugendleiterin Riham berichten: "Wir hören ständig den Krieg um uns herum, besonders in der Nacht. Viele Kinder schreien, wenn sie die Flugzeuge kommen hören, und so sind wir permanent damit beschäftigt, die Kinder zu beruhigen, ihnen zu versichern, dass ihnen nichts passiert und dass alles gut werden wird. Unsere Kinder machen sich auch große Sorgen um ihre biologischen Familien. Da ist es schwierig für uns, weil wir nicht sagen können, ob sie in Sicherheit sind. Um die Kinder abzulenken, organisieren wir Spiele und andere Aktivitäten. Glücklicherweise haben bis jetzt noch keine Bodentruppen unser Gebiet erreicht."
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