Kinder zeigen sich solidarisch  

06/02/2009 - Innerhalb weniger Tage haben zwei Kinder aus  Syrien eine beeindruckende Summe für Kinder und Familien in Gaza gesammelt. Es war die erste Kampagne dieser Art, die von Kindern im SOS-Kinderdorf Qodsaya initiiert und durchgeführt wurde.

Foto: Rafif Ben Messalem
Ayat und Aziz mit anderen Kindern nach der Übergabe der von ihnen gesammelten Spenden - Foto: Rafif Ben Messalem
Innerhalb weniger Tage haben zwei Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Syrien eine beeindruckende Summe für die "Gazaspendenkampagne" gesammelt. Es war die erste Kampagne dieser Art, die von Kindern initiiert und durchgeführt wurde.

"Als ich im Fernsehen einen Spendenaufruf für Gaza sah, wollte ich wirklich etwas dazu beitragen", sagt der 11jährige Aziz. "Aber ich hatte kein Geld und so erzählte ich meiner Schwester davon und sie war sofort damit einverstanden, eine Kampagne zu starten, um Spenden im Dorf Geld zu sammeln". Ziel dieser Kampagne war es, Menschen im Gaza, die von den bewaffneten Konflikten betroffen waren, die am 27. Dezember 2008 begannen und 23 Tage andauerten, zu unterstützen.

Ayat, 13 Jahre, war die erste, die spendete: Ohne zu zögern spendete sie ihr gesamtes Taschengeld, das sie für einen MP4 gespart hatte. Ayat und Aziz sind leibliche Geschwister und leben seit 2003 im SOS-Kinderdorf Qodsaya in Syrien.

Eine Idee breitet sich aus

Aziz und Ayat erzählten ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter Alia von ihrer Idee. Diese lobte ihr Engagement und ermutigte sie, die Aktion zu starten. "Wir verfassten gemeinsam einen Brief, in dem wir die Mütter und Kinder über die Initiative informierten und sie um Spenden baten. Ayat und Aziz gingen am nächsten Tag im Dorf von Tür zu Tür, um die Briefe zu verteilen und Geld zu sammeln", erzählt Alia.
 
"Es war nicht das erste Mal, dass wir im Dorf Geld gesammelt und gespendet haben, um anderen zu helfen, allerdings war es das erste Mal, dass die Spendenaktion von den Kindern initiiert und durchgeführt wurde" betont die SOS-Kinderdorf-Mutter. "Ich war ganz glücklich und gerührt, als Aziz und Ayat mit ihrem Vorschlag zu mir kamen. Wir haben uns im Dorf sehr darum bemüht, Eigenschaften wie Geben, Verantwortung und Einfühlungsvermögen bei den Kindern zu entwickeln und dies zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Foto: Rafif Ben Messalem
Regionalleiter Sebastian Corti nimmt die Spenden von Ayat entgegen - Foto: Rafif Ben Messalem

"Sie hätten für uns dasselbe getan"

Viele andere im Dorf waren ebenso mit Eifer dabei wie Alias Kinder. Die 13jährige Amira, die in einem anderen Familienhaus lebt, war von der Idee ganz begeistert und spendet beinahe ihr gesamtes Erspartes. "Ich bin sicher, die Kinder im Gaza hätten uns auch geholfen, wenn sie an unserer Stelle gewesen wären. Ich freue mich über die Möglichkeit, meine Solidarität und Unterstützung zeigen zu können", sagt sie. 

Der Dorfleiter Mamoon Kadkoy fügt hinzu: "Ihr Beitrag zur humanitären Arbeit und ihre Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen ist sehr wichtig. Ich bin so stolz auf das, was die Kinder geleistet haben. Das war einzig und allein ihre Initiative und sie verdienen unseren Respekt und unsere Wertschätzung dafür. Es beweist, dass sie sich ihres Umfeldes wohl bewusst sind und daran teilhaben und sehr gut in der Lage sind, ihre Gefühle auszudrücken und entsprechend zu handeln.

Die Kampagne weitet sich aus   
 
Die Kampagne erfreute sich sehr rasch großer Beliebtheit und alle Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf Syrien waren bereit, die Entlohnung eines Tages (und manche sogar mehr) zu spenden. Am Ende hatten die Kinder die erstaunliche Summe von 1.800 Dollar gesammelt.

Ayat, Aziz und zwei weitere Kinder, die die Kampagne unermüdlich unterstützt hatten, besuchten das Regionalbüro von SOS-Kinderdorf im mittleren Osten in Damaskus und übergaben den Betrag. Die Spenden werden verwendet, um die Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfs Rafah und die Familien in den Familienstärkungsprogrammen von SOS-Kinderdorf im Gazastreifen zu unterstützen.