Hilfe, die wirkt - Zeit, die hilft 

Bestandsaufnahme der SOS-Kinderdorf-Arbeit fünf Jahre nach dem Tsunami 

Fünf Jahre nach der Tsunami-Katastrophe resümiert SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin: "Unser Versprechen, betroffenen Menschen - vor allem Kindern - zu helfen, haben wir gehalten." Zugleich betont Kutin, dass SOS-Kinderdorf für die Kinder Verantwortung trägt und die Projekte in den ehemaligen Katastrophengebieten in Südasien auf langfristige Unterstützung angelegt sind.
Foto: Dominic Sansoni
Viele Menschen standen vor dem Nichts (Komari, Sri Lanka) - Foto: Dominic Sansoni

Am 26. Dezember 2004 überrollten verheerende Flutwellen ausgedehnte Küstengebiete am Indischen Ozean. Die historische Tsunami-Katastrophe forderte über 220.000 Menschenleben, verursachte enorme Sachschäden und hinterließ Millionen traumatisierte Menschen, die den Tod von Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn verkraften und um ihre gesamte Existenz fürchten mussten.

Heute, fünf Jahre danach, sind die Spuren der Katastrophe mancherorts zumindest äußerlich kaum mehr sichtbar, wie zum Beispiel in Thailand. Andernorts sind die Schäden an der Infrastruktur teilweise noch nicht behoben, wie z.B. in Sri Lanka und Indonesien. Die betroffenen Menschen haben in einem unglaublichen Kraftakt in diesen fünf vergangenen Jahren ihr Leben wieder in die Hand genommen, mussten oft bei Null beginnen und lernen, mit ihren seelischen Erschütterungen und den Erinnerungen an diese schrecklichen Tage zu leben.

Foto: Dominic Sansoni
SOS-Kinderdorf hat in vier Ländern mehr als 2.200 Familienhäuser errichtet - Foto: Dominic Sansoni

SOS-Kinderdorf startete dank der beeindruckenden Spendenbereitschaft vor allem in europäischen Ländern bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe das in seiner Geschichte bisher größte Hilfs- und Wiederaufbauprogramm, das schließlich in ein langfristiges Engagement überging. Auf die akute Nothilfe für mehr als 20.000 Menschen folgten kurz- und mittelfristige Hilfsprogramme sowie der Bau von 2.230 Familienhäusern für insgesamt rund 11.000 Menschen und die Übergabe von 343 Fischerbooten. 

Ein aktueller Film aus dem indischen Fischerdorf Akkampettai erzählt, wie die neuen Häuser und Boote das Leben der Menschen verändert haben.

Foto: Sebastian Posingis
In Thailand hat SOS-Kinderdorf u.a. eine Grundschule in Ban Talay Nok gebaut und an die Gemeinde übergeben - Foto: Sebastian Posingis

Anfang 2008 waren schließlich so gut wie alle Projekte in Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand baulich fertig gestellt, darunter 18 Mehrzweckzentren und zwei Schulen, die den Gemeinden übergeben werden konnten und deren soziale Angebote (Kindertagesstätten, Ausbildungskurse, Familien- und Gesundheitsberatung etc.) von tausenden Menschen in Anspruch genommen werden.

An vielen Standorten ist SOS-Kinderdorf bis heute projektverantwortlich, wird aber in absehbarer Zeit die Verantwortung an andere übertragen. So gibt es vor allem in Sri Lanka eine Reihe von Sozialprogrammen zur umfassenden Unterstützung von hunderten Familien, die noch von SOS-Kinderdorf geführt, aber vermutlich ab Ende 2010 von den jeweiligen Gemeinden übernommen werden sollen.

Foto: Patrick Wittmann
Im SOS-Kinderdorf in Puducherry, Indien - Foto: Patrick Wittmann

Sechs SOS-Kinderdörfer (zwei in Indien, eines in Thailand, drei in Indonesien) wurden errichtet, um Kinder aufzunehmen, die durch den Tsunami ihre Eltern verloren haben oder deren Familien nachhaltig durch den Tsunami zerrüttet wurden bzw. deren Eltern aus anderweitigen Gründen nicht für sie sorgen können. Heute wachsen in diesen SOS-Kinderdörfern mehr als 700 Kinder auf. 

Vom Leben der neunjährigen Thangalakshmi im SOS-Kinderdorf in Nagapattinam erzählt ein Film.

Foto: Dominic Sansoni
Im SOS-Sozialzentrum in Nagapattinam können Frauen Ausbildungskurse absolvieren - Foto: Dominic Sansoni

Parallel zur langfristigen Betreuung von Kindern in den SOS-Kinderdörfern gibt es an vielen Standorten SOS-Familienförderprogramme und SOS-Sozialzentren. Mehr als 3.600 Kinder und Erwachsene werden zurzeit mit diversen sozialen Angeboten unterstützt und begleitet; der Start weiterer Programme, so zum Beispiel in Komari in Sri Lanka, ist für 2010 geplant. 

  Wie die SOS-Familienhilfe funktioniert, schildert ein Film aus Südindien.


Foto: Benno Neeleman
Putri Sunami Irayana, geboren am 26. Dezember 2004 - Foto: Benno Neeleman

Seit dem 26. Dezember 2004 begleiten wir das Leben von Putri, die genau an diesem Tag auf dem Dach einer Moschee in Meulaboh in Indonesien auf die Welt kam. Seitdem werden Putri und ihre Mutter von SOS-Kinderdorf unterstützt. Wir haben nachgefragt, wie es Putri heute, fünf Jahre nach ihrer Geburt auf der "Rettungsinsel", geht.

Weitere umfangreiche Informationen zur Tsunami-Hilfe von SOS-Kinderdorf finden Sie hier.

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