Welche "guten Praxisbeispiele" in der Fremdunterbringung haben sich - aus Sicht der Betroffenen - bewährt? Welche Qualitätsstandards können daraus abgeleitet werden, und wie können sie umgesetzt werden? Diesen Fragen widmet sich "Quality4Children", ein Projekt von SOS-Kinderdorf, IFCO (International Foster Care Organisation) und FICE (Féderation Internationale des Communautés Educatives).
Diese drei Organisationen haben eine Reihe von Qualitätsstandards für Fremdbetreuung von Kindern und Jugendlichen in Europa entwickelt, um die Situation von Hunderttausenden betroffener Jugendlichen in Europa zu verbessern. Die Qualitätsstandards wurden mittels einem partizipativen Ansatz entwickelt: die Storytelling-Methode. Mehr als 500 Personen (332 von ihnen waren Storyteller) mit Erfahrungen im Bereich der Fremdbetreuung von Kindern nahmen an der Entwicklung der Q4C-Standards teil. Knapp die Hälfte von ihnen waren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Erfahrungen in der Fremdbetreuung, die andere Gruppe setzte sich aus biologischen oder Pflegefamilien, Betreuer(inne)n, Sozialarbeiter(inne)n und anderen Partnern zusammen.
32 europäische Länder sind an dem Projekt beteiligt. Das Quality4Children-Netzwerk von Kontaktpersonen in Europa besteht aus knapp 60 Personen aus den drei Q4C-Partnerorganisationen aus 46 Ländern in Ost- und Westeuropa.
Im Juni 2007 wurden die Qualitätsstandards im Europäischen Parlament präsentiert. 18 Standards, gegliedert in die drei Kapitel "Entscheidungsfindungs- und Aufnahmeprozess", "Betreuung" und "Verselbständigung", liegen nun vor. Einige der in den Standards aufgenommenen Schlüsselthemen sind Partizipation und Empowerment, das Recht von Geschwistern zusammenzubleiben, Kommunikation, Verständnis und Respekt.
Seitdem wurden in vielen europäischen Ländern große Fortschritte gemacht. So verwendete das maltesische Ministerium für Familie und soziale Solidarität die Q4C-Standards als Grundlage für seine "Nationalen Standards für die Fremdbetreuung von Kindern". In Österreich, Deutschland und Luxemburg verwenden Betreuer/innen in Kinderbetreuungseinrichtungen die Standards als Handlungsrahmen für ihre Arbeit, und in zahlreichen Erziehungseinrichtungen sind sie Teil des Unterrichtsprogramms.
Das gegenwärtige Ziel dieses Quality4Children-Netzwerks ist das Zusammenführen der Erfahrungen, die seit 2007 in folgenden Bereichen gesammelt wurden:
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Advocacy/Anwaltschaft: Spezifische Aktivitäten in diesem Bereich, die die Implementierung der Q4C-Standards zum Ziel haben und diese Standards für die Anwaltschaft der Kinderrechte einsetzen.
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Implementierung: Maßnahmen, die die drei Q4C-Partner getroffen haben, um die Q4C-Standards in ihrer jeweiligen Organisation zu implementieren.
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Partizipation von Kindern und Jugendlichen: Wie haben die Q4C-Standards die Partizipation von Kindern und Jugendlichen innerhalb der drei Q4C-Partnerorganisationen beeinflusst?
Um einen solchen Austausch zu gewährleisten plant Quality4Children für 2011 die Durchführung einer internationalen Konferenz, die sich mit oben erwähnten Themen beschäftigt. Diese Konferenz schließt an die erste Quality4Children-Konferenz an, die 2005 in Gmunden, Österreich, stattfand und an der circa 500 Personen aus 40 Ländern teilnahmen.