 |
| Fußballtrainer Jacob beim Training mit einigen seiner Schützlinge |
Die Trainerkarriere des Professors begann 1984. "Es war in erster Linie der Erfolg meines älteren Bruders - einem Stadt- und Bezirksmeister im [Athletikbewerb]Hindernislaufen - der mich dazu veranlasste, Trainer zu werden," sagt Jacob. Seit dem Zeitpunkt hat er den Sportgeist von Hunderten von Kindern und Jugendlichen gefördert, die er in unendlich vielen Sportarten trainiert hat. So trainierte er sie in Athletik (Leichtathletik), Schwimmen, Ballspielen wie Fußball, Basketball und Volleyball.
Nachdem er zehn Jahre als Sportlehrer im SOS-Kinderdorf Juigalpa gearbeitet hatte, übernahm er 2005 die Leitung der Jugendwohngemeinschaft für Burschen. Obwohl sein Hauptaufgabengebiet die Unterstützung der Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit ist, ist er nach wie vor auch ihr Trainer. Der Professor sieht Sport als ein "wichtiges Werkzeug für die Förderung von Werten wie Zuversicht, Disziplin und Durchhaltevermögen". Eine seiner typischen Aussagen beim Training ist: "In erster Linie geht es beim Sport um den Spaß, aber gleichzeitig muss man auch diszipliniert sein um die Menschlichkeit und Ehrlichkeit zu wahren." Jeder der 14 Teenager, für die Jacob zurzeit verantwortlich ist, betreibt mit Leib und Seele Sport.
 |
| Der Trainer mit einem seiner wichtigsten Spieler |
Eine von Jacobs aufregendsten Erfahrungen war ein Hallenfußballturnier in Managua vor ein paar Jahren, als die SOS-Kinderdorf-Mannschaft von Juigalpa - zehn Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren - es überraschend ins Finale geschafft haben. "Am Anfang unseres Vorbereitungstreffens war noch deutlich Angst zu spüren, doch diese machte bald der Zuversicht Platz und der Teamgeist zeigte sich in Umarmungen, Schulterklopfen und Blickwechseln. Das Publikum rief fünf Mal laut‚Tooooooor’ und wir trugen einen 5 zu 3 Sieg davon. Jacob erinnert sich. "Nachdem wir das Adrenalin allmählich abgebaut hatten, wurde der Sieg gehörig gefeiert. Als die Burschen den Pokal, ein Symbol für Sieg und Anstrengung, hochhielten, pochten ihre Herzen vor Freude."
Eine weitere wunderbare Erfahrung für den Professor war das Trainieren von Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen. Einer von ihnen, Edgar, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Athleten, mit denen Jacob je zusammengearbeitet hat. Der Jugendliche nahm an den Zentralamerikanischen Spielen 2007 in Guatemala teil und brachte drei Goldmedaillen und eine Silbermedaillen heim, die er in verschiedenen athletischen Bewerben gewonnen hatte.
 |
| Edgar, der ganze Stolz seines Athletiktrainers Jacob |
Auch wenn sportliche Leistung nicht immer an erster Stelle steht, gibt es unter Professor Jacobs Schützlingen aufstrebende Talente. So zum Beispiel der 19-jährige Nadir Antonio, der durch seine hervorragende Leistungen in Athletik sowie in Handball, Fußball und Basketball auf sich aufmerksam macht und außerdem über besondere mentale Stärke verfügt. In seiner Freizeit trifft Nadir sich häufig mit dem Professor um zu trainieren und zu reden. Jacob kennt Nadirs körperliche Verfassung und sagt ihm immer wieder: "Hör nicht auf, wenn du müde wirst! Nach dieser kurzen Phase, in der du Schmerz und Verzweiflung verspürst, erreichst und behältst du ein beständiges Leistungsniveau." Nadir tritt mit einem leichten Lächeln einen Ball und antwortet "Stimmt. Wenn ich meinen Kopf und Körper unter Kontrolle habe, bringe ich es weit. Ich möchte an den Olympischen Spielen teilnehmen. Wenn dieser Tag gekommen ist, möchte ich, dass du dabei bist."
Nach 24 Jahren als Trainer mangelt es Jacob beim Training seiner jungen Athleten noch lange nicht an Dynamik und Entschlossenheit. Die Burschen sind nicht die Einzigen, die von den Olympischen Spielen träumen. Auch Professor Jacobs größter Traum ist es, einen von ihnen international rauszubringen, "wo er sich die Anerkennung erarbeiten kann, die ihn motivieren wird weiterzumachen und weitere Siege zu erzielen und den guten Ruf des SOS-Kinderdorfs Nicaragua aufrecht zu erhalten."