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| Viviana kommt oft an den Ort ihrer Kindheit und besucht ihre Familie |
An die Zeit, als ich in das SOS-Kinderdorf kam, erinnere ich mich nur ganz schlecht. Ich war ja noch so klein, aber ich weiß noch genau, dass viele Kinder um mich herumstanden und alle mich so anstrahlten, als wäre ich ein Geschenk (sie lächelt). Die Anwesenheit dieser Frau mit dem riesengroßen Herz - meine SOS-Mutter - nahm ich erst viel später wahr. Sie war einfach für mich da und gab mir Liebe und Zuwendung.
Meine Familie war einfach unglaublich. Meiner Mutter schien es zu gefallen, dass bei uns immer etwas los war, auch wenn sie nie eine ruhige Minute hatte. Natürlich waren da auch meine Geschwister, die ihr bei der Hausarbeit zur Hand gingen. Meine Brüder waren ganz besonders ungezogen. Meine Mutter liebte sie aus ganzem Herzen, denn sonst hätte sie ihnen ihre schlimmen Streiche wohl nicht verziehen. Aber sie war wie ein Fels in der Brandung und ausgesprochen klug; sie wusste einfach, mit ihnen umzugehen. Eine wirkliche Powerfrau, damals wie heute.
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| Viviana liebt ihre Arbeit an der Vorschule |
Im Kinderdorf bekommen die Kinder sehr viel Unterstützung, besonders in ihrer Ausbildung. Darin wurden wir nicht nur von unseren SOS-Kinderdorf-Müttern oder dem Dorfleiter unterstützt, sondern auch von den anderen MitarbeiterInnen des Kinderdorfes. Da wäre einmal die "SOS-Tante" (Familienhelferin), der Dorfmeister oder der Chauffeur, die nie um einen guten Rat verlegen waren. Als ich noch ein Kind war, waren diese lieben Menschen immer für mich da, wenn ich etwa ein persönliches Problem hatte, mit dem ich mich nicht direkt an meine Mutter wenden wollte.
Im Kinderdorf gab man uns einfach Raum für alles. Wir konnten unsere Meinungen, Gefühle und Ideen ausdrücken und dadurch Selbstvertrauen und Sicherheit gewinnen. Während meiner Zeit dort habe ich an unendlich vielen derartigen Aktivitäten teilgenommen - also/es waren bestimmt mehrere hundert.
Und hier bin ich nun. Durch die Bemühungen und die Unterstützung der ganzen Dorfgemeinschaft einschließlich meiner Familie konnte ich meine Ausbildung erfolgreich beenden und im Berufsleben Fuß fassen. Ich bin Kleinkindpädagogin in einer Vorschule und hatte das Glück sehr bald nach meiner Abschlussprüfung eine Anstellung zu bekommen. Ich bin dadurch eine unabhängige Frau mit einer eigenen Wohnung, zwar derzeit noch in Miete, aber immerhin…
Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückblicke, wird mir immer klarer bewusst, dass da so viele Leute im Kinderdorf waren, die mir geholfen haben, meine Ziele zu erreichen. Und ich bin unendlich dankbar, dass ich das Glück hatte, an einem so wundervollen Platz aufwachsen zu können. Inmitten einer großartigen Familie mit einer Mutter und Geschwistern.