Ein Feld für ein gutes Gedeihen der Familien 

Teil 2 

Im Angesicht der rasant steigenden Lebensmittelpreise bietet das Familienstärkungsprogramm in Mbamayo (Kamerun) den betreuten Familien die Möglichkeit Plantainbananen, Maniok und Macabo anzubauen. Lesen Sie, was sich bisher getan hat und wie weit das Projekt bis dato gediehen ist.
Arbeitende Frauen auf dem Feld - Foto: C. N. Biyack
Arbeitende Frauen auf dem Feld

Jene Familien, denen das Programm zu Gute kommt, arbeiten hart auf dem Feld, das man ihnen überlassen hat. Abwechselnd im Zweitagerhythmus treffen sie sich um acht Uhr im SOS-Kinderdorf Mbamayo. Von dort bringt sie der Dorfbus zum Feld. Voller Eifer gehen die Familien dort dann bis zum frühen Nachmittag der Feldarbeit nach, nehmen gemeinsam ein Mahl ein, das vom Programm bereitgestellt wird, und gehen dann wieder ihrer Wege. Das Projekt findet allgemein großen Anklang und die Familien sind sich einig, dass das Feld eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt, da es ihnen die Gelegenheit gibt, einander besser kennenzulernen, gemeinsam Feldfrüchte zum eigenen Verzehr zu ernten und sich ein Einkommen zu erwirtschaften.

Xavier A. ist 33 und hat drei Kinder. "Dieses Feld ist sehr wichtig für uns. Es erlaubt den Familien nicht nur, einander kennenzulernen, sondern macht sie auch zu Selbstversorgern. Ich bin über dieses Projekt sehr glücklich und ich bin der Arbeit noch kein einziges Mal ferngeblieben. Wir sind sehr stolz auf das Projekt und schöpfen daraus Hoffnung und Zuversicht."

Die 33-jährige Odile O., Mutter von fünf Kindern, meint, dass die Bedeutung des Gemeinschaftsfeldes erst nach der Ernte in ihrem ganzen Ausmaß sichtbar werden wird. "Wir werden dank des Geldes, das wir dafür einnehmen Zugang zu mehr Nahrungsmitteln haben. Dabei ist das Gemeinschaftsfeld nur eine Zugabe nach all dem, was wir bisher schon bekommen haben - medizinische Betreuung, Schulmaterial für unsere Kinder und noch vieles mehr. Erst kürzlich haben meine Kinder Matratzen und Bettzeug erhalten. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit all dem, was das Programm für meine Familie tut."

Nach getaner Arbeit geht’s ab nach Hause - Foto: C. N. Biyack
Nach getaner Arbeit geht’s ab nach Hause

Clementine E., eine 48-jährige Witwe und Mutter von sechs Kindern, hat ihre Berufung zur Landwirtin entdeckt. "Das Gemeinschaftsfeld gibt mir neuen Mut. Seit dem Tod meines Ehemannes konnte ich keine Feldfrüchte ernten, weil ich nicht wusste, wie man sie anbaut. Nach der Schulung ging ich ins Dorf, und jetzt baue ich Plantainbananen und Getreide an. Ich finde, das Gemeinschaftsfeld ist eine großartige Sache, denn dadurch konnte ich all die anderen Teilnehmer des Programms kennenlernen. Wir sind wie eine Familie und verbringen gerne Zeit miteinander."

Die erste Ernte beginnt im September 2008, wenn der Maniok reif ist, einige Monate später ist dann der Macabo an der Reihe. Die Plantainbananen werden erst im April 2009 soweit sein. Die Nahrungsmittel sind für den täglichen Bedarf der Familien und den Verkauf bestimmt. Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf soll an die Teilnehmer verteilt werden, der Rest dient der Finanzierung des Programms. Das Gemeinschaftsfeld ist außerordentlich wichtig für diese Menschen, ganz besonders in Zeiten wie diesen. Das Familienstärkungsprogramm setzt sich dafür ein, dass arme Menschen sich mit Nahrungsmitteln aus dem Eigenanbau versorgen können, und bewirkt so eine nachhaltige Sicherung ihres Wohlstands, und das in einem Land, in dem die Landwirtschaft 40% des Bruttoinlandsproduktes und 70% der Einnahmen durch Exporte ausmacht. Zurzeit kommt das Programm 68 Familien und 200 Waisen oder Kindern im Alter zwischen 0 und 18 Jahren, die in Not geraten sind, zu Gute.

Diese Seite drucken Bitte weitersagen
Schriftgröße:
Size 1 Size 2 Size 3