Ein Feld für die in den Familienstärkungsprogrammen betreuten Personen 

Teil 1 

In diesen Zeiten der Nahrungsmittelinflation im Großhandel hatte das Familienstärkungsprogramm in Mbalmayo, Kamerun, das hier seit April 2006 tätig ist, die wunderbare Idee, den von ihnen betreuten Personen ein Feld zur Verfügung zu stellen. Dieses Gemeinschaftsfeld sollte von und für die betreuten Personen bestellt werden. Ziel ist es, ihnen dabei zu helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern und sie dazu anzuhalten mit Teamgeist und Solidarität durch Produktion und Marketing zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Gegend beizutragen.
Eine Gruppe Personen, die mit Hilfe des Familienstärkungsprogramms ihr Feld bestellen - Foto: C. N. Biyack
Eine Gruppe Personen, die mit Hilfe des Familienstärkungsprogramms ihr Feld bestellen
Das Gemeinschaftsfeld, ein zwei Hektar großes Stück Land, das eine der im Programm betreuten Familien großzügig zur Verfügung gestellt hat, ist circa 15 km vom SOS-Kinderdorf Mbalmayo entfernt. Die Familien konnten selbst darüber entscheiden, was sie kultivieren möchten. Sie einigten sich auf die Plantainbanane - eine der am meisten gegessene Lebensmittel - sowie auf den zusätzlichen Anbau von Maniok und Macabo, zwei weiteren wichtigen Lebensmitteln. (Macabo ist eine lokal angebaute Wurzelknolle und eine der beliebtesten in Kamerun. Sie ist zylindrisch und manchmal auf der Unterseite etwas dicker).

Die Plantainbanane nimmt eine wichtige Rolle in der Nahrungsmittelversorgung in Kamerun ein. Die Sicherstellung der Grundnahrungsmittel im gesamten Land hängt in hohem Maße von diesem Produkt ab. Es gibt immer Nachfrage nach Plantainbananen, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Der Preis der Bananen ist wie jener anderer Grundnahrungsmittel rasant gestiegen. Der Preisvergleich macht klar: Kostete eine Handvoll Plantainbananen vor einigen Monaten noch 2.500 CFA Francs (1.000 Francs sind ca. 1,50 EUR), so bezahlt man heute für die gleiche Menge zwischen 5.000 und 6.000 CFA Francs. Die Händler machen die erhöhten Brennstoffpreise - haben diese doch große Auswirkungen auf die Transportkosten - sowie Klimaveränderungen, die häufig Ursache für Nahrungsmittelknappheiten sind, für den Preisanstieg verantwortlich.

Bevor mit dem Anbau begonnen werden konnte, erachtete es die Familienstärkungsprogramm-Koordinatorin Gisèle Abeng für sinnvoll, die Familien vorher im Anbau von Plantainbananen zu schulen. Ein Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums schulte die Familien in einem zweiwöchigen Training, indem sie sich mit der Vorbereitung des Bodens, dem Graben der Löcher, der Auswahl und dem Pflanzen der Schösslinge befassten. Erst nach dieser Einschulung konnten die Familien sich auf das Feld konzentrieren und mit dem Anbau beginnen. „Der erste Schritt war die Säuberung des Feldes. Dann bereiteten wir es so auf, dass die Schösslinge auf ordentliche Weise gepflanzt werden konnten und gruben die Löcher nach einer strengen Einteilung. Erst als wir diese kleinen Vorbereitungen gemacht hatten konnten wir mit dem Pflanzen der Plantainbananen anfangen,“ so einer der Betroffenen. Gleichzeitig wurden auch Maniok und Macabo gesetzt, allerdings bedurfte dies weniger Vorbereitungen als der Anbau der Bananen.

Lesen Sie nächste Woche, wie die Betroffenen sich in de Arbeit für das Gemeinschaftsfeld einbringen, wie sie davon profitieren und warum sie jetzt eine große Familie sind.
Diese Seite drucken Bitte weitersagen
Schriftgröße:
Size 1 Size 2 Size 3