Auch abseits des regulären Unterrichts organisiert die Schule gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf immer wieder verschiedene Highlights. Mit dabei sind dann die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf, die Kindergartenkinder, die Schüler und ihre Eltern und Familien aus der Nachbarschaft. Es gibt Fußballturniere, Kreativwettbewerbe oder Ausflüge in die Dünen. Gemeinsam mit dem Bildungsministerium veranstaltete die SOS-Schule im März einen Malwettbewerb zum Thema Kinderrechte. 27 Schulen aus Rafah und Khan Younis haben daran teilgenommen.

Spielräume sind unter den herrschenden Bedingungen besonders rar
Foto: R. Fleischanderl
Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Bethlehem startete im Jahr 1997 mit einer Schulklasse. Heute besuchen 370 Schüler 16 Klassen von der ersten bis zur achten Schulstufe. Jedes Jahr sollen eine Schulstufe und damit 70 bis 80 Schüler dazu kommen. Beide Schulen arbeiten eng mit dem palästinensischen Bildungsministerium, mit anderen Schulen, mit NGOs und Projektgruppen zusammen.

Foto: R. Fleischanderl
Die SOS-Schule in Bethlehem nimmt zurzeit an einem besonderen Projekt teil. Die Kooperation CHERISH untersucht an drei Schulen in Israel und Palästina die Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konflikts bei Kindern. In diesem grenzüberschreitenden und Grenzen überwindenden Projekt geht es darum, posttraumatische Störungen zu erkennen, entsprechende Hilfestellungen durch Intervention in der Schule zu leisten - und damit letztlich um Friedensarbeit.

In den SOS-Kinderdörfern in Bethlehem und Rafah brauchen die Kinder
besondere Zuwendung
Foto: R. Fleischanderl
Das Ergebnis einer ersten Studie ist, dass allein in der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Bethlehem 37% der Kinder ausgeprägte Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung zeigen. Die Traumatisierung macht aber nicht an den Grenzen halt. Sowohl in Israel als auch in den palästinensischen Gebieten leiden rund 17% der Kinder unter Angststörungen wegen des anhaltenden Konflikts.

Mit einer mobilen Therapiestation und vier psychosozialen Zentren hilft
SOS-Kinderdorf im Westjordanland traumatisierten Kindern und ihren
Familien (rund 33.000 Behandlungen im Jahr 2007)
Foto: R. Fleischanderl
"Der schulische Sektor in den palästinensischen Gebieten braucht viel mehr Investitionen. Wenn die Bildung verbessert wird, ist dies auch ein Beitrag zu einer friedlicheren Gesellschaft", so Kamil El Shami.

Foto: SOS-Archiv
Wenn es nach den Kindern geht, werden Grenzen mit Luftballongirlanden überwunden.
Lernen schwer gemacht - Teil 1