Lernen schwer gemacht / Teil 1 

Die zwei SOS-Schulen in den Palästinensischen Gebieten versuchen trotz des schwierigen Alltags den Kindern einen guten Unterricht zu bieten. Allein der Schulweg ist an manchen Tagen und in gewissen Gegenden ein Problem.
Jeden Tag wird die Liste der Nahrungsmittel und Grundgüter, die nicht mehr erhältlich sind, länger. "Und das, was es noch zu kaufen gibt auf den Märkten, ist unerschwinglich teuer", so Kamil El Shami, der Projektleiter von SOS-Kinderdorf in Rafah.


Die Abriegelung macht das Leben der Bewohner des Gazastreifens immer beschwerlicher. Viele Wege können nur mehr zu Fuß zurückgelegt werden, weil so gut wie kein Treibstoff zu bekommen ist. Die eingeschränkte Mobilität, viele Straßensperren, Checkpoints und Militäraktionen beeinträchtigen auch einen geregelten Schulbetrieb, weil Schüler häufig nicht ihre Schule erreichen können. Die Schüler und Lehrer der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Rafah leben mit diesen Schwierigkeiten seit Jahren. Die momentane Lage ist aber besonders deprimierend.

Foto: Robert Fleischanderl
Grenzen aus Stacheldraht… alles andere als eine kinderfreundliche Welt 
Foto: R. Fleischanderl

Womit die über 2.400 Schulen in den palästinensischen Gebieten vor allem kämpfen, sind überfüllte Klassen, zu wenige Computer und Labore, kaum audiovisuelle Ausstattung, nur wenige Fördermöglichkeiten für Kinder mit Behinderungen, schlechte Gebäudequalität. In den ländlichen Gebieten gibt es gar keine schulische Infrastruktur.

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Bildung ist für viele Kinder nicht selbstverständlich
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Durchschnittlich besuchen 52 Kinder eine Klasse. Ein Drittel der Schulen muss den Unterricht in zwei Schichten abhalten, vor allem im Gazastreifen. Die Alphabetisierungsrate liegt bei guten 93% und 90% der insgesamt über eine Million Schüler besuchen auch Sekundarschulen. Rund 70% absolvieren die Mittelschule, teilweise wird dies aber auf vereinfachte Tests wegen der schwierigen allgemeinen Lage zurückgeführt. Oft beginnen danach erst die richtigen Probleme, dann nämlich, wenn es um Jobsuche und Arbeitsplätze geht, um Zukunftsperspektiven. Im Gazastreifen liegt die Arbeitslosenrate bei 80%. 

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In den SOS-Schulen in Rafah und Bethlehem gibt es kostenlos Schul-
uniformen, niedrige Schulgebühren und Stipendien bei Härtefällen
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Mit der Zeit sind die Einrichtungen von SOS-Kinderdorf sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland für die Bewohner wichtige Bezugsorte, auch Orte der Hoffnung geworden. Die Schulen von SOS-Kinderdorf in Rafah und Bethlehem können im Vergleich zu staatlichen Schulen und auch anderen Privatschulen in der Ausstattung der Unterrichtsräume und Spielplätze eine bessere Qualität bieten. Die Schüleranzahl pro Klasse liegt bei 30 und das Lehrpersonal ist gut ausgebildet.

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In die SOS-Schulen gehen gleich viele Mädchen wie Buben
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Die beiden Schulen sind voll ausgelastet und die Wartelisten lang, der Kindergarten in Rafah ist mit 360 Kindern heillos überfüllt. Aber es gibt weit und breit für die Bevölkerung kaum Angebote. In Rafah besuchen zurzeit 177 Schüler die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, dazu gibt es noch extra Sprach- und Computerkurse für Frauen.


Lernen schwer gemacht / Teil 2

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