Zu Gast bei SOS-Kinderdorf China 

Anlässlich der Olympischen Sommerspiele möchten wir Ihnen die SOS-Kinderdorf-Arbeit im Gastgeberland China vorstellen. Machen Sie mit uns eine virtuelle Reise durch die zehn SOS-Kinderdörfer Chinas:
 

SOS-Archiv

Das erste SOS-Kinderdorf in China entstand im Jahr 1987 in Tianjin, unweit der Hauptstadt Peking. Mittlerweile gibt es insgesamt neun SOS-Kinderdörfer, die über 1.000 Mädchen und Buben ein neues Zuhause sind: in Tianjin, Yantai, Qiqihar, Nanchang, Putian, Chengdu, Kaifeng, Urumqi und Lhasa.

Das zehnte SOS-Kinderdorf direkt in Peking ist gerade in Bau und soll noch 2008 fertig gestellt sein.

 Foto: Line Wolf Nielsen
Foto: Line Wolf Nielsen

In jedem SOS-Kinderdorf gibt es einen SOS-Kindergarten, der auch den Kindern der Nachbarschaft offen steht und rege genützt wird. Über 90% aller Kinder in den SOS-Kindergärten kommen nicht aus einem SOS-Kinderdorf, sondern aus der Umgebung.

Foto: Line Wolf Nielsen 
Foto: Line Wolf Nielsen

Besonders stolz ist SOS-Kinderdorf China auf seine SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Yantai. Mit über 3.000 Schülern ist sie die größte Schule, die von SOS-Kinderdorf weltweit errichtet wurde. Sie genießt den Status einer Modellschule und gehört zu den besten Schulen des Landes.

Kalligraphie gehört zum klassischen Unterrichtsstoff. Es bedarf einiger Übung, bis mit dem großen Pinsel auch haarfeine Striche gezeichnet werden können. Tintenkleckse an den Händen gehören bei den Erstklasslern über Wochen zum typischen Erscheinungsbild.

 Foto: Line Wolf Nielsen
Foto: Line Wolf Nielsen

Das SOS-Berufsbildungszentrum in Qiqihar bereitet 500 Schüler in praxisorientierten Lehrgängen auf das Berufsleben vor. Buchhaltung, gängige EDV-Programme und Betriebswirtschaft stehen zum Beispiel auf dem Stundenplan.

Der 15-jährige Luo hat sich für den technischen Zweig der Schule entschieden, obwohl ihn auch Kunst sehr interessiert. Seine Kalligraphie-Bilder wurden schon in einem lokalen Magazin abgedruckt.
Hier steht er stolz vor zwei seiner vielen Meisterwerke.

 Foto: Line Wolf Nielsen
Foto: Line Wolf Nielsen

Die Olympischen Spiele im eigenen Land sind im SOS-Kinderdorf Tianjin überall präsent. Kein Zimmer der Kinder und keine Schulklasse, in denen nicht Olympische Ringe oder eines der fünf Olympia-Maskottchen von den Wänden lachen.

Durch Sponsoren soll auch versucht werden, Kinder aus anderen Regionen nach Peking zu holen, damit sie eine olympische Sportveranstaltung live miterleben können.

Foto: Line Wolf Nielsen 
Foto: Line Wolf Nielsen

Auch im Haus Nr. 15 des SOS-Kinderdorfs Tianjin wird beim Abendessen über Olympia geredet. SOS-Mutter Xia (im Bild mit ihrer Familie und einer Familienhelferin) steht jeden Tag um halb sechs Uhr auf. Die Kinder müssen um 6:45 Uhr in die Schule. Bei fünf Mädchen und drei Buben bedarf es schon etwas organisatorischen Geschicks, damit alle Kinder rechtzeitig aus dem Haus kommen.

Die Großen bleiben über Mittag in der Schule. Da müssen auch noch schnell unzählige Pausenbrote gestrichen werden. Danach wird es ruhig im Haus und Xia setzt sich erst mal an den Tisch und trinkt eine Tasse Tee.
"Diese halbe Stunde gönne ich mir."

 Foto: Line Wolf Nielsen
Foto: Line Wolf Nielsen

Spätestens um 5 Uhr abends ist die ganze Familie wieder im Haus und es wird gemeinsam gekocht. "Bei einer Mahlzeit am Tag wollen wir alle beisammen sein", sagt Xia. "Sie sollen spüren, dass wir eine Familie sind, die füreinander da ist!"  Danach warten die Hausaufgaben.

Foto: Line Wolf Nielsen 
Foto: Line Wolf Nielsen

Der Tagesablauf einer chinesischen SOS-Familie unterscheidet sich für uns nicht von einer gewöhnlichen Familie, die irgendwo in Europa lebt. Doch für chinesische Verhältnisse ist das völlig anders: die Ein-Kind-Familie lässt sich so gar nicht mit dem heiteren Trubel in einem SOS-Familienhaus vergleichen. "Meine Kinder sind stolz, dass sie so viele Geschwister haben! In der Schule werden sie von anderen Schülern sogar darum beneidet", erzählt SOS-Kinderdorf-Mutter Xia.

Foto: SOS-Archiv 
Foto: SOS-Archiv

Nach dem schweren Erdbeben in der Provinz Sichuan in diesem Jahr hat SOS-Kinderdorf-China sofort Notfhilfe geleistet und Ersatzunterkünfte bereit gestellt, Nahrungsmittel verteilt und ein Schulzelt aufgebaut. "Wir sind in Sicherheit!", haben betroffene Kinder nach dem Erdbeben in englischer Sprache auf einen Stein im Garten des SOS-Kinderdorfs in Chengdu geschrieben.