Familiengeschichten / Teil 2 

Foto: Peter Lydén
Ukraine: Allein erziehende Mütter stehen oft mit allem buchstäblich
alleine da - Foto: Peter Lydén
 


"Arbeitslosigkeit und Alkohol sind die Hauptprobleme - und oft ist es der Vater, der die Familie in ausweglose Situationen bringt", sagt Anna, eine der Vollzeitkräfte der SOS-Familienförderprogramme in der Ukraine. Sie und ihre Kolleg(inn)en besuchen unermüdlich die Familien, um sicher zu gehen, dass sie zurechtkommen - und dass sie gut für ihre Kinder sorgen. Was vom Wichtigsten ist, dass die Kinder alle regelmäßig in die Schule gehen können.

Foto: Katerina Ilievska
Aserbaidschan: Firuza lebt mit ihren vier Kindern in einem der armen
Vororte von Baku - Foto: Katerina Ilievska


Firuza gehört zu den geschätzten 186.000 Flüchtlingen, die allein in der Hauptstadt Baku leben. Sie sind Opfer des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach. Aber es überwog die Erleichterung, dass sie mit ihrem Mann und ihren Kindern unversehrt entkommen war. Dann setzte ihr Mann sie und ihre Kinder wegen einer anderen vor die Tür. Ihr neues Zuhause wurde ein gemauerter Schuppen inmitten von Wohnsilos, in dem die Arbeiter ursprünglich ihr Werkzeug während der Bauzeit gelagert hatten. Im Februar 2007 wurde Firuza in das SOS-Familienförderprogramm aufgenommen. "Wir klären, welche Verpflichtungen beide Seiten eingehen, wir entwerfen gemeinsam einen Familienentwicklungsplan und dann arbeiten wir miteinander an der Umsetzung", erzählt Turan, der Sozialarbeiter. Firuza und ihren vier Kindern geht es nach einem Jahr schon deutlich besser.  

Photo: Katerina Ilievska 
Georgien: Maria lebt mit ihren beiden Enkelkindern auf engstem Raum
Foto: Katerina Ilievska


Tragische familiäre Umstände haben die 71-jährige Maria in die Situation gebracht, für ihre beiden Enkelsöhne sorgen zu müssen. Eine Einzimmerwohnung im fünften Stock eines heruntergekommenen Wohnhauses in der Hauptstadt Tiflis ist ihr Zuhause. Maria ist oft am Ende ihrer Kräfte, schleppt sich zu Fuß die Stockwerke hinauf und hinunter. Jedes Mal eine halbe Stunde für einen Weg. Die Zukunft der beiden Buben ist ihr das Wichtigste, dafür gibt sie alles. Das SOS-Familienförderprogramm versucht ihr dabei so gut wie möglich unter die Arme zu greifen. Auch für die Zeit, wenn Maria nicht mehr da ist, ist vorgesorgt. Marias Tochter wird die beiden Kinder bei sich aufnehmen - mit Unterstützung von SOS-Kinderdorf.

Die Namen wurden von der Redaktion geändert.

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