Der Himmel über Imst 

Die Feier zum sechzigsten Jubiläum der Gründung von SOS-Kinderdorf war ein Ereignis voller freudiger Überraschungen - und nicht alle hatten mit dem Wetter zu tun.

Foto: Alexander Gabriel
Dieser junge Schütze begrüßte den Landeshauptmann persönlich - Foto: Alexander Gabriel

Zumindest witterungsbezogen schien am 19. Juni alles möglich: Nach einem verregneten Vormittag wurden die im SOS-Kinderdorf Imst eintreffenden Gäste, darunter der Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, und Staatssekretärin Christine Marek nebst weiteren illustren Persönlichkeiten, bei strahlendem Sonnenschein von den Tiroler Schützen begrüßt. Auch die hohe Geistlichkeit war bei der Feier anlässlich des sechzigsten Jubiläums der Gründung von SOS-Kinderdorf stark vertreten: Zum Bischof der Diözese Innsbruck Dr. Manfred Scheuer und dem beliebten Alt-Bischof Dr. Reinhold Stecher gesellte sich jener Gast, der die wohl weiteste Anreise hinter sich hatte: Seine Eminenz Gaudencio Kardinal Rosales, Erzbischof von Manila. Mag sein, dass die Anwesenheit der hohen Gäste den Himmel dazu bewegte, der Feier Glück im Unglück zu bescheren: Der befürchtete Wolkenbruch ergoss sich zwar tatsächlich, nass wurde aber nur das Dach des Festzelts, unter dem sich zu jenem Zeitpunkt ohnehin sämtliche Gäste versammelt hatten, um den Worten der Festredner zu lauschen.

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SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin begrüßt den Gast mit der längsten Anreise: Kardinal Rosales, Erzbischof von Manila - Foto: Alexander Gabriel

Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei den Worten eines Abwesenden geschenkt: der leider verhinderte Bundespräsident von Österreich, Heinz Fischer, hatte sich die Zeit genommen, seine Glückwünsche in einem Brief übermitteln zu lassen, der mit Lob nicht hinter dem Haus hielt: "SOS-Kinderdorf hat ein großartiges Stück österreichischer Sozialgeschichte geschrieben, das immer wieder Respekt und Anerkennung verdient." Man könne stolz sein auf SOS-Kinderdorf, das eine österreichische Erfindung und ein vorbildliches Beispiel für soziale Kooperation, gegenseitige Hilfe und Solidarität sei, so der Bundespräsident weiter.

Die Festredner, deren feierliche Ansprachen sich mit den musikalischen Darbietungen der Imster Kinder und Jugend abwechselten, wurden von den Kindern des Kinderdorfs selbst mittels Gedichten voller gelungener Scherze auf die Bühne gebeten. Ein besonderes humoristisches Glanzstück gelang allerdings dem SOS-Kinderdorf-Präsidenten Helmut Kutin, als er den Landeshauptmann augenzwinkernd daran erinnerte, dass SOS-Kinderdorf sich über die Glückwünsche sehr freue, gerne aber auch Geld entgegen nehme. Als er jedoch wenig später verkündete, der Landeshauptmann habe ihm daraufhin die Finanzierung von acht weiteren Häusern für das Jubliäumsprojekt von SOS-Kinderdorf Österreich, dem Kinderdorf in Lumbini, Nepal, durch das Land Tirol zugesichert, war diesem tosender Applaus sicher.

Tosenden Applaus hatten sich auch Sandra Bürger und Kersti Kukk verdient, die bei Quality4Children die Stimme der Jugendlichen vertraten und für ihre Leistungen und ihr außergewöhnliches Engagement den Hermann-Gmeiner-Preis 2009 verliehen bekamen. Die 60 SOS-Kinderdorf-Mütter, die zu den Feierlichkeiten eingeladen worden waren, bekamen zwar keinen Preis verliehen, den Respekt und den Dank aller Anwesenden bekamen aber auch sie unmittelbar zu spüren, als der gesamte Saal - allen voran die Bürgermeisterin von Innsbruck - diese starken Frauen mit stehenden Ovationen würdigte.

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Die musikalische Untermalung der Feier wurde fast ausschließlich von Kindern und Jugendlichen gestaltet - Foto: Alexander Gabriel

Als zu den Klängen des offiziellen Lieds von SOS-Kinderdorf International "Here I am", dargeboten von Frank Posch und seiner jugendlichen Band, die Gäste schliesslich das Festzelt verließen, hatte sich das Wetter wieder beruhigt. So fand das bereits abgesagte Luftballonsteigen vor dem Haus Frieden, dem ersten Familienhaus von SOS-Kinderdorf, zur Freude aller Anwesenden - nicht nur der Kinder - in letzter Minute doch noch statt.

Es bleibt von diesem großen Tag der Eindruck, dass SOS-Kinderdorf nicht nur Paten, Sponsoren und Freunden gegenüber zu Dank verpflichtet ist - auch das Wetter hat es mehr als gut mit uns gemeint.

 

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