Meine Großmutter wollte, dass wir brav in der Schule sind und gut lernen. Meine Mutter legte großen Wert auf höfliche Umgangsformen. Ich wünsche mir, dass meine Kinder gute Kontakte mit Gleichaltrigen haben, dass sie glücklich und mit ihrem Leben zufrieden sind. Ein gutes Zeugnis und tadellose Manieren sind mir wichtig, aber sie stehen in meiner Werteskala nicht an oberster Stelle.
Als meine Großmutter Kind war, tobte in Europa der Erste Weltkrieg. Gemeinsam mit einem Teil ihrer Familie ist sie aus Tschechien nach Wien geflohen. Meine Mutter besuchte gerade die Volksschule, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Sie übernahm früh Verantwortung für ihre jüngeren Brüder. Ich bin mitten in das Wirtschaftswunder hineingeboren, Hunger und wirtschaftliche Not kenne ich nur vom Hörensagen.
Wir haben zum Thema "Kindsein heute" die Österreicherin Brigitte Singer, David Dzidziguri aus Georgien, Karl Muller aus Südafrika und Victor Painadath aus Indien gefragt, wie sie Kindheit im Kontext der jeweiligen Kultur und der eigenen Geschichte sehen.
Die vier Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention sind die "Wegweiser in die Zukunft unserer Kinder". Peter Dixon, Berater für Kinderrechtsprogramme, führt aus, welche Auswirkungen die Kinderrechte bisher im Leben der Kinder haben und welche sie haben könnten.
Was bleibt einem Kind von seiner Kindheit, das zu einem Leben auf der Straße gezwungen ist? Claudia Mödlagl hat in einem brasilianischen Straßenkinderprojekt mitgearbeitet und hautnah erlebt, was "Kindsein im Dschungel der Straße" heißt.
In "Kinder - verletzlich oder verletzt?" beschreibt María Mercedes Paredes die Situation von Straßenkindern in Kolumbien und die Arbeit des SOS-Sozialzentrums "Nueva Vida".
Unbegleitete Minderjährige, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, sind "Kinder ohne Schutz und ohne Rechte". Eine ernüchternde Bilanz der Verletzung ihrer Menschen- und Kinderrechte zieht Jyothi Kanics.
Welche Bedeutung Kinderrechte in Venezuela haben, welche Erfahrungen SOS-Kinderdorf in der Praxis damit macht und welche Projekte es dazu gibt, haben wir Eva Kieczka im Interview gefragt.
Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern haben wir gebeten, Kinder und Erwachsene in ihren SOS-Kinderdörfern zu fragen: Was ist besser - Kindsein oder Erwachsensein? Woran erinnern sich Erwachsene, wenn sie an ihre Kindheit denken? Und was erwarten Kinder vom Erwachsensein? In "Kindsein heißt für mich..." lesen Sie einen Auszug der Antworten.
Über ein außergewöhnliches Projekt im indischen Rajasthan berichen die Dokumentarfilmer Anja Freyhoff und Thomas Uhlmann in "Parlament der Kinder". Sie waren vor Ort und haben das Leben und die Arbeit der jungen Parlamentarierinnen kennen gelernt.