Ob im Arbeitsleben, in der Familie, in der Schule oder in der Gemeinde, Partizipation heißt überall das selbe: seinen Mitmenschen mit Verständnis zuzuhören, ihre Meinung zu respektieren, ihre Potentiale zu erkennen, zu fördern und für ihr Mitwirken ein Forum zu schaffen. Gemeinsam Lösungen für anstehende Aufgaben und Probleme zu suchen und umzusetzen. Teilnehmen und mitbestimmen.
Nichts Neues, werden Sie denken. Stimmt - neu ist lediglich, dass Partizipation als Konzept verstanden und strukturiert angewandt, analysiert und evaluiert wird. Das Einbeziehen der Kinder ist nicht mehr dem Zufall oder dem Wohlwollen der Erwachsenen überlassen, sondern als Recht der Kinder definiert. Wer Partizipation ernst nimmt, ist aufgerufen, den Dialog suchen, Interessen auszuhandeln, seine "Macht" zu teilen. Das erfordert die Bereitschaft und den Mut, sich auf neue Lernprozesse einzulassen und macht verständlich, warum die Forderung nach Mitbestimmung zunächst Unsicherheit und Abwehr erzeugen kann. Doch die Erfahrungen in Partizipationsprojekten zeigen: Die unmittelbar Betroffenen sind nicht nur legitimiert, sondern auch kompetent, Entscheidungen, die ihre Belange betreffen, mitzufällen und deren Konsequenzen mitzutragen. Langfristig führt die Teilung von Verantwortung und Entscheidung zu mehr Effizienz und größerer Zufriedenheit bei allen Beteiligten.
In diesem FORUM finden Sie Beiträge, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas "Partizipation" auseinandersetzen sowie Berichte über die Erfahrungen von SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter(inne)n mit Partizipation, und natürlich die Stimmen von Kindern und Jugendlichen.