"Jedes Kind wächst als Teil einer Familie auf - geliebt, geachtet und behütet", so lautet die Vision von SOS-Kinderdorf, festgehalten im Leitbild. Dieses Recht auf familiäre Beziehungen, auf Zuwendung und Respekt wird für manche Kinder in Form einer SOS-Kinderdorf-Familie Realität. Um dieses Recht der Kinder auch außerhalb des SOS-Kinderdorfes zu unterstützen, hat SOS-Kinderdorf eine "Strategische Initiative präventiven Arbeitens" ins Leben gerufen. Künftig sollen die präventiven Aktivitäten verstärkt werden, die darauf abzielen, die Rechte der Kinder in ihrer biologischen Familie zu gewährleisten.
Was umfasst nun "präventives Arbeiten"? Der deutsche Sozialpädagoge Klaus Wolf sieht als Hauptaufgaben der präventiven sozialen Arbeit, "den Zugang zu fehlenden Ressourcen zu verbessern", die Familien brauchen, um die gegebenen Probleme bewältigen zu können. Unterstützende präventive Arbeit muss von den gesellschaftlichen Strukturen ausgehen und kann sich sowohl auf die materielle Ausstattung beziehen als auch auf die Stabilisierung der emotionalen Beziehungen in den Familien oder auf Bildungsmaßnahmen. Die zentrale Frage, die sich dabei stellt, ist: Welche Ressourcen benötigen unsere Klientinnen und Klienten, welche können bei ihnen aktiviert werden und welche Ressourcen kann SOS-Kinderdorf zur Verfügung stellen, um die familiären Probleme zu bewältigen? Wir haben im vorliegenden Heft einige Antworten versammelt, die unterschiedlich ausfallen, entsprechend den Bedingungen der Region, in der sich unsere Kolleginnen und Kollegen mit den spezifischen Problemen auseinandersetzen.