Tagtäglich sind SOS-Kinderdorf-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Arbeit mit Konflikten und ihren Wirkungen konfrontiert. Viele Kinder haben, bevor sie in ein SOS-Kinderdorf aufgenommen wurden, Ausgrenzung und Gewalt erfahren müssen. Finden sie im SOS-Kinderdorf ein neues Zuhause, leben die Kinder im Spannungsfeld zwischen ihrer Herkunft und ihrem neuen Umfeld.
Die Aufgabe der SOS-Kinderdorf-Mütter und aller anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, die Kinder in der Bewältigung ihrer Konflikte bestmöglich zu unterstützen. Dabei sind wir nicht nur als Organisation gefordert, sondern vor allem als Menschen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Art, wie wir mit unseren eigenen Konflikten umgehen, Modellwirkung für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen hat.
"Konflikte. Zum Umgang mit einem menschlichen Phänomen" war der Titel der internationalen Tagung, die die Hermann-Gmeiner-Akademie gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf-Verein Estland im Oktober 1998 organisierte. An der Tagung nahmen insgesamt 232 Fachleute und Interessierte aus 26 Ländern teil, 74 davon waren SOS-Kinderdorf-MitarbeiterInnen. Das FORUM-Redaktionsteam hat sich entschlossen, dem Thema der Tagung in Estland ein eigenes Schwerpunktheft zu widmen. So entstand FORUM 18, ein Heft mit vielfältigen Zugängen zum Thema "Konflikte", das Referate von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Berufsfeldern sowie ergänzende Artikel und praktische Übungsbeispiele enthält.