"Wenn es uns nicht gelingt, unsere jungen Frauen und Männer soweit wie möglich in die jeweilige Gesellschaft des Landes zu integrieren, indem wir ihnen helfen, eine Existenz aufzubauen, die ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht, dann wird die gesamte SOS-Kinderdorf-Bewegung in Frage gestellt und die Bemühungen der Mitarbeiter, Mütter und Freunde werden sinnlos" betont Helmut Kutin, Präsident von SOS-Kinderdorf International.
Auf eigenen Beinen stehen. Allein zurechtkommen. Selbständig sein. Alles vertraute Begriffe, aber: Wie definiert sich "Selbständigkeit"? Ist es die finanzielle Unabhängigkeit, der Eintritt ins Berufsleben? Die erste eigene Wohnung? Oder sind es die vielen kleinen Schritte, die ein Kind macht, wenn es sich selbst und die Welt um sich herum entdeckt? Bin ich selbständig, wenn ich die Verantwortung für mein eigenes Handeln übernehme? Was heißt "Selbständigkeit" für mich als Tochter oder Sohn, und was für dich als Mutter oder Vater? Was heißt es für mich als Arbeitnehmer, und was für dich als mein "Chef" oder meine "Chefin"? Wenn ICH selbständig werden soll, dann musst DU mich auch ein Stück loslassen.
In FORUM 16 gehen Autorinnen und Autoren aus fünf Kontinenten der Frage nach, was "Selbständigkeit" in ihrer Kultur bedeutet. In ihren Beiträgen wird deutlich, wie komplex und oftmals schwierig der Prozess des Selbständig-Werdens für Mädchen und Jungen, aber auch für ihre Betreuerinnen und Betreuer in unseren SOS-Kinderdorf-Einrichtungen ist.