SOS-Kinderdorf unterstützt Äthiopiens Solidarität mit seinen somalischen Nachbarn    

27/09/2011 - Mehr als 2.000 somalische Familien sind vor kurzem unerwartet in einem vormals ruhigen Dorf in der Gode-Region in Äthiopien eingetroffen. Ihre Ankunft in Morudile hat die örtliche Bevölkerung um die Hälfte ansteigen lassen, während der Zustrom von Flüchtlingen weiterhin anhält. SOS-Kinderdorf kümmert sich nun um viele ihrer Bedürfnisse.
Foto: Jens Honoré
Die Herden sind tot, aus den somalischen Hirten sind Flüchtlinge geworden – Foto: J. Honoré
Bis kurz vor der derzeitigen Dürre sind nomadische Viehhalter durch das Dorf hindurch gezogen, das in einer der trockensten Gebiete des Landes liegt; eine karge Landschaft, in der sauberes Trinkwasser ein rares Gut ist. Nach dem Tausch ihres Viehs gegen Verpflegung wanderten die Hirten normalerweise weiter zu grüneren Weidegründen. Eine Mischung aus Unsicherheit und außergewöhnlich trockenen Verhältnissen hat dieses Handelsmuster jedoch verändert.


Foto: SOS Archiv
Tausende somalische Familien sind um Hilfe zu ihren ehemaligen Handelspartnern nach Äthiopien gekommen – Foto: SOS-Archiv
Menschen und ihr Vieh sterben zu Tausenden. Die Kinder sind die ersten, die mangels sauberen Trinkwassers und mit einer Tagesration von weniger als 5 Gramm Bohnen, einem Teelöffel Öl und einer Handvoll Weizen unter den Auswirkungen von Unterernährung leiden. Ihrer Tauschmittel beraubt, sind Hirten wie auch andere somalische Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in einer verzweifelten Notlage. Sie haben ihre Dankbarkeit gegenüber der einheimischen Bevölkerung von Morudile und SOS-Kinderdorf für die entgegengebrachte selbstlose und beständige Unterstützung gezeigt. Unterstützung, die jetzt und in Zukunft Leben retten wird. 
  
Foto: Benno Neelemann
Die Äthiopier teilen das Wenige, das sie haben, aber auch ihre Mittel neigen sich dem Ende zu – Foto: B. Neelemann
Einige unabhängige Hilfsorganisationen, die Morudile besuchten, nahmen an, dass die Menschen dort weiterhin in der Lage sein würden, ihre schwindenden Wasser- und Nahrungsmittelvorräte mit der wachsenden Anzahl der somalischen Flüchtlinge teilen zu können. Experten von SOS-Kinderdorf sahen die potenzielle Eskalierung des Problems voraus und befürchteten, dass die lokale Bevölkerung das gleiche Schicksal erleiden würde wie ihre hungerleidenden Nachbarn.



Foto: SOS-Archiv
Ende August 2011 unterstützt SOS-Kinderdorf Familien mit Nahrungsmitteln  – Foto: SOS-Archiv
Der 17. August stellte einen Wendepunkt für das Dorf von Morudile dar, als eine Hilfsgruppe von SOS-Kinderdorf Äthiopien die dringende Aufgabe übernahm, Zugang zu sauberem Wasser zu sichern. Die Verteilung von Hygienetabletten sorgt seitdem dafür, dass die Ausbreitung von Krankheiten aufgrund verseuchten Wassers im Dorf unterbunden wird.
Vier Tage später verteilte das SOS-Team die erste Lieferung von Reis und Speiseöl an 6.232 der hilfsbedürftigsten Männer, Frauen und Kinder. Morudile ist eine von mehreren Gemeinden, in denen SOS-Kinderdorf Äthiopien örtliche Frauengruppen und Gemeindeführer unterstützt, die ihren Nachbarn helfen.