15/05/2012 - Ob in Familien investiert wird, ist nicht eine Frage der Wirtschaftslage, sondern eine Frage der Einstellung. Diese Erkenntnis hat SOS-Kinderdorf aus seinem heute veröffentlichten Familienbericht 2012 gewonnen. Der Bericht mit dem Titel „Herausfordernde Zeiten – Was wir 2013 noch besser machen können“ ist das Ergebnis einer Studie in 86 Ländern. Diese zeigt auf, was Gesetzgeber und andere Akteure jetzt und heute tun können, damit 2013 ein besseres Jahr für Familien wird.
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| Zum Fokus Familie 2012 |
Auf Grund der wirtschaftlichen Krisen wurde es in den vergangenen Jahren für viele Eltern auf der ganzen Welt zusehends schwieriger, über die Runden zu kommen und für ihre Kinder zu sorgen. Abstriche bei den
Sozialleistungen, Arbeitslosigkeit, mangelnde Gesundheitsvorsorge, schlechte schulische Infrastruktur sind Themen, die nicht nur jene betreffen, die schon vorher Schwierigkeiten hatten. Viele Familien sind zum ersten Mal überhaupt auf Unterstützung angewiesen.
„Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen Regierungen und Entscheidungsträger auf der ganzen Welt konfrontiert werden, sind keine Entschuldigung für Untätigkeit. Der Familie muss mit viel mehr Ernsthaftigkeit begegnet werden“, sagt Richard Pichler, Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International. „Die heutige Publikation ist ein Aufruf an alle, die die UN-Kinderrechtskonvention in die Tat umsetzen wollen.“
Eine positive Herangehensweise, die die Familie in den Mittelpunkt stellt
Im Familienbericht 2012 geht es darum, jede Entscheidung von Verantwortungsträgern dahingehend zu hinterfragen, ob sie dem Wohl von Familien dient. Er dient als Informationsquelle für diejenigen, die im Zeichen von Solidarität und gesellschaftlichem Miteinander etwas verändern wollen. „Die Familie ins Zentrum zu stellen, ist eine Frage des Standpunkts und nicht eine Frage der Wirtschaftslage. Mit der Grundüberzeugung, dass alles möglich ist, können wir den Bedürftigsten helfen und Eltern unterstützen, bevor sie unmittelbar am Abgrund stehen“, sagt Richard Pichler.
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| Maßnahmen, die die Familie in den Mittelpunkt stellen, helfen die Wirtschaftskrise zu überwinden @J.Lugtigheid |
Dieselben Probleme und Lösungen in 86 Ländern
In Bosnien und Herzegowina hat die Zahl der Kinder in institutioneller Betreuung zugenommen. Mit gezielter Familienhilfe kann und muss hier präventiv entgegengesteuert werden.
In Namibia hat die Arbeitslosigkeit zu einem massiven Anstieg des Alkoholismus geführt. Betroffene brauchen sinnvolle Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, um den Ausstieg aus der Sucht zu schaffen und Perspektiven zu bekommen.
Eltern, die auf der Suche nach Arbeit innerhalb von Peru umziehen oder ins Ausland gehen, müssten ihre Kinder nicht langfristig bei Großeltern oder anderen Angehörigen lassen. Würde die Migrationspolitik familiäre Bedürfnisse berücksichtigen, könnten künftig mehr Kinder bei ihren Eltern bleiben.
Weil die öffentliche Wohlfahrt in Griechenland beschnitten und abgebaut wurde, sind die Ansuchen von Familien um Unterstützung um das Sechsfache gestiegen. Dabei wäre es mit entsprechendem politischem Willen möglich, soziale Sicherheit zu gewährleisten und Härtefälle zu vermeiden.
1,5 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Krankheiten durch verschmutztes Trinkwasser. Besonders groß ist dieses Problem in Burkina Faso, wo vier von fünf Menschen keinen Zugang zu fließendem, sauberem Wasser haben. Prävention wäre machbar.
In vielen Ländern ist die Kinderarbeit zurückgegangen. Auch in Pakistan wäre dies möglich. Würden stärkere Partnerschaften zwischen Regierung, Wirtschaft, NGO und anderen Akteuren gebildet, könnten viele Kinder davor bewahrt werden, 2013 die Schule abbrechen zu müssen, weil sie zum Familienunterhalt beitragen müssen.
Versteht eine Gesellschaft die Familie als fundamentale Einheit, ist sie auch bereit, ihr die nötigen Mittel und Rahmenbedingungen zu geben. So können Eltern in Würde leben und sind in der Lage, bestmöglich für ihre Kinder zu sorgen und sie zu fördern.
15. Mai - Internationaler Tag der Familie
Der Aufruf zum Handeln listet verschiedene Maßnahmen auf. Falls diese hier und heute angegangen werden, kann das Leben von Familien im Jahr 2013 und darüber hinaus deutlich besser werden.
Den kompletten Bericht Fokus Familie 2012 können sie hier herunterladen