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| Im SOS-Kindergarten in Chengdu - Foto: B. Neeleman |
Das SOS-Kinderdorf in Chengdu liegt rund 50 km vom Erdbebengebiet entfernt. Nur wenige Tage nach dem Beben hat SOS-Kinderdorf ein Hilfsprojekt vorgelegt, dem die örtlichen Behörden auch zustimmten.
Alle Vorkehrungen wurden getroffen, um bis zu 100 Waisenkinder und Kinder, die bisher noch nicht mit ihren Familien zusammengeführt werden konnten, aufzunehmen. Bis heute ist jedoch kein Kind eingetroffen, man rechnet aber damit, dass in den nächsten Tagen erste Kinder kommen könnten.
Zurzeit laufen die Rettungsaktionen und Aufräumarbeiten immer noch auf Hochtouren, und bei vielen Kindern ist der Verbleib von Eltern oder Verwandten nach wie vor unbekannt. In Katastrophensituationen ist es besonders wichtig, dass Kinder ohne familiäre Begleitung geschützt werden, ihre Situation und Betreuung sorgfältig abgeklärt und ordentliche Registrierungen durchgeführt werden. Geschätzte 4.000 Kinder könnten laut Behörden durch das Erdbeben zu Waisen geworden sein, während viele Eltern ihrerseits ihre Kinder verloren haben.
Nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan im Jahr 2005 sind ebenfalls Wochen verstrichen, bis die Betreuungssituation von Waisenkindern geklärt war und Kinder in die Obhut von SOS-Kinderdorf gekommen sind.
Das SOS-Kinderdorf in Chengdu, das abgesehen von ein paar kleineren Gebäudeschäden das Erdbeben am 12. Mai unbeschadet überstanden hat, hat rund 50 Jugendliche und Mitarbeiter organisiert, die im offiziellen Spendenzentrum der Stadt bei der Sortierung und Verteilung von Hilfsgütern geholfen haben. Zwei Mitarbeiter sind direkt bei Rettungsarbeiten im Einsatz.
Alle Mitarbeiter und Kinder des SOS-Kinderdorfes haben persönlich etwas gespendet, um den Erdbebenopfern zu helfen. Nach der Warnung vor Nachbeben haben sich zwischen dem 19. und 21. Mai rund 400 Menschen aus der Nachbarschaft auf das sichere Gelände des SOS-Kinderdorfes geflüchtet, wo sie mit dem Notwendigsten versorgt wurden.